Stadtentwicklungsprojekt Ostfeld/Kalkofen

Letzte Aktualisierung am: 17.09.2019

 

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Einladung zur Impulsveranstaltung "Strategien für bezahlbaren Wohnraum"

am 19.09.2019
um 19 Uhr in der Hochschule RheinMain 



Zu News  

Die vorbereitenden Untersuchungen sind abgeschlossen 

Die SEG Stadtentwicklungs-gesellschaft Wiesbaden mbH hat den Bericht an den Oberbürgermeister übergeben. 

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Eveline Muffel

ID: 177 29.09.2019 19:08

Gibt es denn wirklich keine konkrete Alternative, kein anderes Grundstück als das Gelände Ostfeld/ Kalkofen? Warum muss noch mehr Fläche versiegelt werden? Ich wünsche mir auch mehr Wohnungen aber nicht so!

Andreas Lange

ID: 162 05.07.2019 17:44

Anfang April hiess es auf der Veranstaltung, dass der Bericht und die Gutachten "in Kürze" zur Verfügung stehen. Nun ist seitdem nichts passiert, weder die Mandatsträger, noch die Umweltverbände haben bisher die Unterlagen erhalten. In der Pressemitteilung vom 1.7.2019 heisst es, der Bericht mit den Anlagen würde hier veröffentlicht. Davon ist nichts zu sehen. Wie sollen ehrenamtliche Naturschützer die 853 Seiten durchsehen können, wenn die Unterlagen geheim gehalten werden? Durch solche Verzögerungstaktiken wird die Politikverdrossenheit der Bürger noch befördert, die bisherigen Aussagen waren ja, dass die städtebauliche Entwicklungsmassnahme auf jeden Fall kommt, unabhängig von den Inhalten der Gutachten. Das erweckt den Eindruck, dass wie so oft in Wiesbaden das Ganze ohnehin hinter verschlossenen Türen schon ausgemacht ist. Dann kann die pro-forma-Bürgerbeteiligung auch ganz gespart werden.

Juliane Rösler

Kommentar der Moderation
ID: 164 10.07.2019 13:43

Vielen Dank für Ihren Kommentar, zu dem ich Ihnen folgende Rückmeldung der zuständigen Projektleitung geben kann:
Die Beratungen der politischen Gremien beginnen in Kürze. Sobald der Bericht inklusive Anlagen offiziell vom Oberbürgermeister an die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung und die Ortsbeiräte übergeben wird, werden unter dein.wiesbaden.de sämtliche Unterlagen zum Abruf bereit gestellt. Auf den genauen Zeitpunkt hat die SEG und die Projektleitung keinen Einfluss.

Jürgen Becker

ID: 146 12.03.2019 15:54

Wann bekommen wir die Stellungnahmen zum Wasser (RP) und der HGON Wiesbaden?

Juliane Rösler

Kommentar der Moderation
ID: 147 19.03.2019 17:00

Vielen Dank für Ihre Anmerkungen, zu denen ich Ihnen folgende Rückmeldung der zuständigen Projektleitung geben kann:

Die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange zu den vorbereitenden Untersuchungen einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme im Gebiet Ostfeld werden Gegenstand des abschließenden Untersuchungsberichts sein. Die Anregungen und Bedenken werden derzeit geprüft und bearbeitet. Eine (Vorab-) Veröffentlichung ist nicht vorgesehen.

Adalbert Schnabel

ID: 144 01.02.2019 18:16

Es steht hier ja schon einiges über Flächenverbrauch, Flächenversiegelung etc., ich möchte das nicht weiter wiederholen. Es ist Fakt, so wie wir leben und vor allem mit unserem Lebensraum umgehen, kann und darf es nicht weiter gehen.
Ob man die Wohnungsprobleme von heute, mit einer Bebauung, die erst in ca. 10 Jahren beginnen würde, lösen kann, darf auch bezweifelt werden. Es werden dadurch weitere ca. 100 ha wertvollste Ackerböden vernichtet, die dann als Flächen für die örtliche und die regionale Lebensmittel-Versorgung für immer verloren sind. Und zu diesen bebauten Flächen kommen ja noch weitere zig-Hektar Ackerflächen hinzu, die dann für den notwendigen Ausgleich für den Eingriff in Natur und Landschaft auch wieder der Landwirtschaft verloren gehen. Es ist ja schön, wenn dann z.B. neue Streuobstwiesen, Feldgehölze, Sukzessionsflächen, Biotope etc. entstehen. Nur lassen sich dort eben keine Kartoffeln, keine Möhren, kein Getreide etc. mehr anbauen.
Ironie an: Wir haben dann aber die Möglichkeit, unsere Autobahnen weiter auszubauen, damit die importierten Lebensmittel "möglichst frisch" auch zu den Neubürger*innen ins Ostfeld gelangen. Ironie aus.
Oder kurz: Der IRRSINN geht weiter ...

Wolfram Sauerteig

ID: 143 31.01.2019 22:12

Als Betroffener interessiert mich auch die Planung bezüglich BKA im Ostfeld. Derzeit pendeln sehr viele BKA-Mitarbeiter nach Wiesbaden ein, vor allem mit dem PKW. Das liegt unter anderem daran, dass wie bei vielen größeren Behörden und Gewerbe- bzw. Industriegebieten das Konzept aufgegeben wurde, den Mitarbeitern in der Nähe ihres Arbeitsplatzes preiswerte vom Arbeitgeber und Land bzw. Bund geförderte Wohnungen bevorzugt anzubieten. Die Folge ist, dass die BKA-Mitarbeiter "verstreut" wohnen und pendeln müssen. Nun bestünde bei diesem Neubauprojekt, wenn das BKA oder ähnlich große "Gewerbe" ins Ostfeld umsiedeln würden die Chance, diesen Fehler wieder zu korrigieren und arbeitsplatznahes Wohnen zu fördern. Das Stichwort hierzu ist "Mobilitätsvermeidung" und damit Entlastung des innerstädtischen Verkehrs. Die Arbeitgeber hätten den Vorteil, dass angesichts ständig wachsender Wohnkosten im Rhein-Main-Gebiet abgeschreckte Stellenbewerber einen attraktiven Standortfaktor bekämen. Gibt es diesbezügliche Planungen im Ostfeld-Projekt?

Juliane Rösler

Kommentar der Moderation
ID: 145 18.02.2019 16:13

Vielen Dank für Ihre Anmerkungen, zu denen ich Ihnen folgende Rückmeldung der zuständigen Projektleitung geben kann:

Vielen Dank für Ihren Hinweis. Derzeit befinden wir uns ganz am Anfang des Planungsprozesses, da in den vorbereitenden Untersuchungen geprüft wird, ob die Voraussetzungen für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme gegeben sind. Sollte die Stadtverordnetenversammlung auf der Grundlage der Untersuchungsergebnisse eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme per Satzung beschließen und sowohl die Änderung des Flächennutzungsplanes als auch eines oder mehrerer Bebauungspläne einleiten, werden in der Umsetzung der Planung Maßnahmen zur „Mobilitätsvermeidung“ eingeleitet werden können. Bis dahin wird noch einige Zeit ins Land gehen.
Die von Ihnen genannte Zielsetzung, Arbeitsplatz und Wohnstandort nahe zu einander zu bringen, wurde auch von einigen Experten im Rahmen der Reihe „Impulse für das Ostfeld“ genannt und für den weiteren Planungsprozess notiert.

Andreas Lange

ID: 128 28.09.2018 16:49

Laut Wiesbadener Kurier vom 27.09.2018 kommt das Gebiet "Ostfeld/Kalkofen" "für eine all-in-one-Lösung für einen Neubau des BKA in Frage". Die BIMA (Bundesanstalt ... Immobilien) befindet sich in einer "Prüfungsphase". Mir erscheint das ein Etikettenschwindel. Den Bürgern wurde bisher gesagt, dass im Ostfeld "ein neuer Stadtteil mit Mix von Wohnen und Arbeiten" entstehen soll. Wenn ein zentraler Standort des BKA mit 4.000 Mitarbeitern dort gebaut wird, werden sich die "Visionen", die auf den Planungsworkshops gezeigt wurden, nicht verwirklichen lassen. Es wird dann ein gigantisches Behördenzentrum mit eigener Autobahnausfahrt. Anders als Kleingewerbe muss der BKA-Standort ein eingezäuntes, abgeschottetes Areal werden.
Ich bin der Meinung, dass der ganze Planungsprozess und die Bürgerbeteiligung gestoppt werden muss, sofern der BKA-Neubau eine Option ist. Den Bürgern wurden bisher der schwere Eingriff in die Natur damit verkauft, dass ein innovativer, lebenswerter, nachhaltiger, neuer Stadtteil für bis zu 10.000 Bewohner geschaffen wird. Wenn der BKA-Neubau auf dem Gebiet in Frage kommt, wäre das eine vollkommen andere, neue Ausgangssituation und die Bürger, die sich beteiligt haben, wurden hinters Licht geführt (höfliche Formulierung!).

Juliane Rösler

Kommentar der Moderation
ID: 132 11.10.2018 12:05

Vielen Dank für Ihre Anmerkungen, zu denen ich Ihnen folgende Rückmeldung der zuständigen Projektleitung geben kann:

Im Rahmen der Bürgerwerkstatt zum Ostfeld am 16.06. im Gymnasium am Mosbacher Berg wurden den Bürgern 3 mögliche Planungsszenarien für das Ostfeld vorgestellt. Zwei dieser Szenarien (Szenario I und II) beinhalten im nördlichen Bereich des Untersuchungsgebietes (an der B 455, direkt gegenüber von Erbenheim) eine große gewerbliche Fläche für Dienstleistungen und Büronutzung. In allen Szenarien sind darüber hinaus zusätzliche gewerblich nutzbare Flächen im Bereich der Wohnbauflächen vorgesehen. Nur das Szenario III verzichtet auf eine große, zusammenhängende Gewerbefläche, die nur gewerblich genutzt werden kann.
Welches der drei Planungsszenarien im folgenden Prozess weiterverfolgt werden soll, wird derzeit fachlich geprüft und politisch diskutiert. Eine Festlegung gibt es noch nicht.
Die Projektleitung hat den Wunsch des BKA alle Einrichtungen an einer Stelle zusammenzufassen zur Kenntnis genommen und wird dies in den weiteren Planungsprozess einstellen.

juergen miss

ID: 106 17.06.2018 13:13

DAZU KLARE ERNSTE WORTE !
Mainz der 14.6.2018
Guten Tag !
Da ich aus diversen Gründen werde ich an dem vorgesetzten ungünstigen Termin NICHT per-sönlich erscheinen.
Als FÜRSPRECHER der Natur darf ich aber einiges mitteilen !
Die Natur ist unwiderbringlich und wurde schon extremst zerstört, sie schreit halt nicht, ( sie ist SENSIBEL und WUNDER ! schön ) das machen wir jetzt !
Immer und immer wieder und nachhaltig, stärker werdend weil wir schon einiges mehr verstanden haben.
Es gibt in dem von Ihnen in zunächst Augenschein genommen Gebiet
Hier leben, GOTT SEI DANK ! . noch sehr seltene Tiere und Pflanzen .. extrem bedroht,und ABSOLUT !!! schützenwert.
Schwarze Ringelnater, Kreuzotter , Eidechsen , Schmetterlinge , Greifvögel etc .
.sicherlich werden auch Fachleute des Naturschutzbundes als Gutachter auch IHNEN wertvol-le , verständliche Information zukommen lassen
und wie EXTREMST wichtig der Erhalt diese Gebietes ist..
( andere Gebiete im Einzugsbereich von Wiesbaden , sind leider ja schon ja bereits zerstört … dort kann man ja ZU GENÜGE noch Dinge bebauen etc. )
Und
.. dort ist unwiderbringliche Natur FÜR IMMER !!!! TOT !! ZERSTÖRT !
Wundert es Sie das sich sehr -sehr - sehr viele Menschen, die wirklich Ahnung haben, sen-sibel aber auch bißfest sind , sich für den Erhalt , besonders im Gebiet von Ihnen „ beliegäu-gelt“ , einsetzen und
Mit ALLEN MITTELN für den Erhalt kämpfen ?
Wasser würde als Grundlage des Lebens dort entzogen werden ( Grundwasserspiegel etc ) und den Tierpark und den Cyperuspark zerstören ! Das darf nicht sein !
Es geht wie immer, so oft um Geldgier ..
Preis – Verkauf vom Bauer ca 8,- pro qm , 200,- Erschließungskosten, Verkaufspreis 680 ,-€ pro qm….
WAS PASSIERT MIT DEM PROFIT VON CA 350,-€ pro qm ?
Wer wohl profitiert davon ???????????????????????????????????????????????
Mal x qm … wieviel Millionen Euro „ Geschäft“ für die zerstöre Natur ?
WIR werden extrem für den gesamten Erhalt im jetztigen Zustand kämpfen, Wahrheiten ver-breiten , auch mit Gottes Hilfe erfolfgreich sein !
WO EIN WILLE DA EIN WEG ! IMMER !!!!!!!!!!!!!
PS
Harte –wahre Worte sind nicht immer schön , und schöne Worte nicht immer wahr !
PPS
Es gibt REICHLICH FREIE PLÄTZE IN WIESBADEN UM DORT DINGE ZU MACHEN!
Ich fordere Sie hiermit auf uns alle Information dazu mitzuteilen. Außer dem ist es für alles beteiligten kostengünstiger bereist erschlossenes Gebiet zu „vervollständigen „.
In Liebe
Günter M

Gerhard Born

ID: 104 15.06.2018 11:13

Die Stadt Wiesbaden hat eine Fläche von ca. 20.000 ha, davon werden etwa 40% als Siedlungs- und Verkehrsfläche genutzt. Der Flächenverbrauch für das jetzt angedachte Entwicklungsprojekt würde alleine und auf einen Schlag etwa 450 ha, also rd. 2,25% der gesamten Stadtfläche umfassen. Allein schon diese überschlägige Rechnung macht die Größenordnung des Vorhabens deutlich. Falls Wiesbaden wirklich dauerhaft auch über nicht bebaute Flächen verfügen will, könnten nicht mehr oft derartige Maßnahmen umgesetzt werden. Der ungezügelte Flächenverbrauch der Kommunen wird deshalb auch im Landesentwicklungsplan und im regionalen Flächennutzungsplan berücksichtigt, wo erstaunlicherweise folgende Passagen zu lesen sind:

G3.4-2 Die Siedlungsstruktur soll im Sinne einer nachhaltigen Regionalentwicklung so gestaltet werden, dass
• durch Orientierung der Wohnsiedlungsentwicklung an den Achsen des Schienenverkehrs eine verstärkte Inanspruchnahme des ÖPNV unterstützt wird,
• durch räumliche Zuordnung von Wohnen, Arbeiten, Versorgen, Erholen und Gemeinbedarf längerfristig günstige Voraussetzungen für eine verkehrsvermeidende und energieeinsparende Siedlungsstruktur geschaffen werden,
• durch Konzentration der Siedlungstätigkeit auf Schwerpunkte einer Zersiedlung der Landschaft vorgebeugt wird und
• durch Sicherung einer sozial ausgewogenen Bevölkerungsstruktur und Verhinderung von Ghettobildung die Nachhaltigkeit der Siedlungsstruktur gewährleistet wird.

G3.4-3 Die weitere Siedlungstätigkeit über die Eigenentwicklung hinaus soll vorrangig in den zentralen Ortsteilen der Ober- und Mittelzentren im Verlauf der Nahverkehrs und Siedlungsachsen stattfinden.

G3.4-4 Bei der weiteren Siedlungsentwicklung ist mit Grund und Boden sparsam und schonend umzugehen. Die Siedlungsentwicklung ist am Landschafts- und Umweltschutz zu orientieren.

G3.4-5 Dem Bedarf aus der Eigenentwicklung der ortsansässigen Bevölkerung und der gewerblichen Betriebe ist Rechnung zu tragen. Die Siedlungsentwicklung über die Eigenentwicklung hinaus soll mit Größe, Struktur und Ausstattung der Gemeinde im Einklang stehen.

G3.4-7 Vor der Ausweisung neuer Flächen sollen Baulandreserven in den bebauten Ortslagen mobilisiert sowie brachliegende Wohnsiedlungs- und Gewerbeflächen, erforderlichenfalls nach vorheriger Sanierung, wieder verwendet werden. Hierzu zählen auch Konversionsflächen. Der Umbau, die Erneuerung und Ergänzung vorhandener Strukturen haben Vorrang vor größeren Wohnsiedlungs- und Gewerbeflächenneuausweisungen.

Sind das alles nur leere Floskeln oder gehen die Wiesbadener Stadtplaner bewusst andere Wege? Das Vorhaben Ostfeld-Kalkofen ist nach meinem Verständnis das genaue Gegenteil dessen, was im regionalen Flächennutzungsplan vorgesehen ist.

Juliane Rösler

Kommentar der Moderation
ID: 107 21.06.2018 10:07

Vielen Dank für Ihre Anmerkungen, zu denen ich Ihnen folgende Rückmeldung der zuständigen Projektleitung geben kann:

Mit dem Projekt Ostfeld werden den zitierten Planungsvorgaben aus der Regionalplanung voll umfänglich Rechnung getragen.
Im Einzelnen:
1. Die Lage des Projektgebietes zeichnet sich dadurch aus, dass sie in direkter Verbindung zu den Achsen des Schienenverkehrs steht. Einerseits läuft die ICE-Trasse durch das Gebiet, die nach derzeitiger Planung durch die Wallauer Spange in Zukunft auch für Nahverkehrszüge genutzt werden soll. Andererseits liegt die Fläche nah an dem S-Bahn-Haltepunkt Wiesbaden-Ostbahnhof. Diese Lagegunst bezüglich der Achsen des Schienenverkehrs haben alternative Standorte für eine Siedlungsentwicklung nicht.

2. In dem Projektgebiet ist eine räumliche Zuordnung von Wohnen, Arbeiten, Versorgen, Erholen und Gemeinbedarf vorgesehen. Die Realisierung eines reinen Wohngebietes ohne die notwendige Infrastruktur und Arbeitsplätze ist nicht Ziel der Planung.

3. Mit einem neuen Stadtteil „Ostfeld“ wird der Zersiedlung der Landschaft an vielen Stellen im Stadtgebiet vorgebeugt. In Wiesbaden besteht ein großer Bedarf an zusätzlichem Wohnraum. Deshalb sind neue Wohnbauflächen unbedingt erforderlich. Diesem Bedarf durch einen neuen Stadtteil an einer Stelle Rechnung zu tragen wirkt der Zersiedelung an vielen Stellen im Stadtgebiet entgegen.

4. Wiesbaden ist ein Oberzentrum. Siedlungsentwicklung über die Eigenentwicklung hinaus soll dort erfolgen. Deshalb ist es im Sinne der Regionalentwicklung Wiesbaden als Oberzentrum durch weitere Siedlungstätigkeit zu stärken.

5. Um im Rahmen der Siedlungsentwicklung mit Grund und Boden schonend umzugehen wird im Ostfeld eine hohe Verdichtung angestrebt. Diese soll über das bisher in Wiesbaden gängige Maß hinausgehen.

6. Das Projekt Ostfeld ist eine Maßnahme, neue Wohnungen und zusätzliche Arbeitsplätze in Wiesbaden zu realisieren. Durch Umbau, die Erneuerung und Ergänzung vorhandener Strukturen werden ebenfalls Wohnsiedlungs- und Gewerbeflächen mobilisiert. Diese haben eine hohe Priorität; sie reichen jedoch zur Befriedigung des hohen Bedarfs nicht aus, weshalb zusätzliche Flächen benötigt werden.

Andreas Lange

ID: 95 04.06.2018 22:55

Die Bundesregierung hat das Ziel vorgegeben, den Flächenverbrauch bis 2030 auf unter 30 ha pro Tag (!) zu senken. Dieses an sich schon unterambitionierte Ziel wird voraussichtlich nicht erreicht.

Eine Versiegelung von hochwertigen Ackerböden ist heute nicht mehr zu verantworten. Die Bodenversiegelung wird landwirtschaftlich und ökologisch wertvollste Flächen (hohe Bodengüte) unwiederbringlich vernichten. Die Bodenversiegelung kann nicht ausgeglichen werden, selbst eine „Entsiegelung“ in gleichem Umfang wäre nicht gleichwertig, da keine gewachsenen Böden hergestellt werden. Die noch übrig bleibenden landwirtschaftlichen Flächen werden entwertet, weil die Bewirtschaftung erschwert wird und Beeinträchtigungen entstehen (Befahren, Betreten der Ackerflächen, Hundekot, Vandalismus, Beschwerden der Anwohner und Erholungssuchenden wegen Ausbringen von Wirtschaftsdünger oder Mineraldünger, Pflanzenschutzmitteln usw.). Der überwiegende Teil der landwirtschaftlichen Flächen wird der Nutzung entzogen, weil Ausgleichsflächen für den Naturschutz gebraucht werden. Es wird eine alte Kulturlandschaft (Nutzung sicher seit 2000 Jahren!) unwiederbringlich zerstört.

Das Projekt Ostfeld widerspricht allen umweltpolitischen Zielen diametral. Die Biodiversität soll erhalten werden, bei der Bebauung werden aber die wertvollen Biotope (Kalkofen, Petersberg, Wäschbachtal) entwertet, auch wenn sie nicht direkt bebaut werden, da sie dann von bebauten Flächen umgeben sind, von denen negative Wirkungen (Betreten, Hunde, Vermüllung, Verlust der landwirtschaftlichen Nutzbarkeit, Lichtverschmutzung, Stoffeinträge, u. a.) und Zerschneidungswirkungen ausgehen.

Der neue Stadtteil wäre von ehem. Müllkippe, einer (zukünftig wahrscheinlich zwei) Müllverbrennungsanlagen, Recyclingbetrieben, Bundesstraßen und Autobahnen eingekesselt und liegt in der Einflugschneise eines militärischen Flughafens. Es ist unsozial, wirtschaftlich schwächere Bürger in ein solches Gebiet abzudrängen.

Alle bisherigen Planfestlegungen sehen das Gebiet für andere Nutzungen (Landwirtschaft, Frischluftbildung und Frischluftschneise, Erholung u. a.) vor. Regionale Raumordnung, Landschaftsplan, Landschaftsschutzgebiet usw. Die übergeordnete Planung wird den politischen Wünschen entsprechend einfach passend gemacht, damit wird Planung wirkungslos gemacht.
Wiesbaden, Erbenheim und Kastel wachsen durch das Siedlungsgebiet zu einem „Stadtband“ (euphemistisch) oder „Siedlungsbrei“ (realistisch) zusammen und verlieren ihre Eigenständigkeit.

Die gewählte Form der Bürgerbeteiligung hat deutliche Grenzen, da große Gruppen faktisch ausgeschlossen sind, weil ihnen die zeitlichen oder finanziellen Ressourcen oder die Bildung fehlen. Stakeholder, die nicht in der Lage sind, ihre Anliegen zu artikulieren (sprachliche Barrieren, zeitliche Beschränkungen, Ängste, vor Publikum zu sprechen usw.), können in dem Prozess ihr Anliegen nicht vorbringen. Eigentlich ist es Aufgabe der Politik und der Planung einen Ausgleich zwischen den widerstrebenden Interessen zu schaffen, dies wird an den Bürger delegiert, der aber nur seine eigenen, partikularen Interessen wahrnimmt. Gerade Gruppen mit schützenswerten Interessen (Arme, Alte, sozial Schwache) sind von dem Diskussionsprozess weitgehend abgeschnitten. Der „durchschnittliche Bürger“ ist mit dem Prozess zeitlich und inhaltlich überfordert, was dazu führt, dass Gruppen, die den politischen Diskurs ohnehin bestimmen, überrepräsentiert sind. Die am stärksten betroffene Gruppe (zukünftige Bewohner des Stadtteils) sind aus nachvollziehbaren Gründen sowieso nicht beteiligt.

Die Probleme des fehlenden Wohnraumes können auch durch andere Maßnahmen angegangen werden, die aber politisch nicht erwünscht sind oder für nicht durchsetzbar gehalten werden: Verbesserte ÖPNV-Anbindung der Taunusorte (Reaktivierung Aartalbahn), in Bad Schwalbach und Taunusstein gibt es noch bezahlbaren Wohnraum. Entwicklung von Konzepten für bessere Nutzung des vorhandenen Raumes (z. B. wohnen viele ältere Menschen in viel zu großen Wohnungen, weil sie einen Umzug/Suche nach passendem Wohnraum nicht ohne Hilfe schaffen), Umbau von vorhandenem Wohnraum in flexibel nutzbare Einheiten (Teilung von Wohnungen), Nachverdichtung, Aufwertung vorhandenen Wohnraumes ("altersgerechtes Wohnen", barrierefreier Umbau), u. a.
Dann kann die Schaffung von preiswertem Wohnraum nicht dem Immobilienmarkt überlassen werden, da dieser nur an renditestarken Luxusimmobilien interessiert ist.

Letztlich muss auch die Frage gestellt werden, wo die Grenzen eines verträglichen Wachstums von Wiesbaden liegen.

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Juliane Rösler

Kommentar der Moderation
ID: 103 14.06.2018 13:55

Vielen Dank für Ihre Anmerkungen, zu denen ich Ihnen folgende Rückmeldung der zuständigen Projektleitung geben kann:
Die in Ihrem Beitrag vorgetragenen Aspekte und Thesen sind derart umfangreich, dass es nicht möglich ist, im Rahmen dieses Beteiligungsformats fundiert und mit Belegen zu antworten.
Deshalb können wir nur auf einen Aspekt eingehen:
Im Rahmen des Projektes Ostfeld wird das Ziel verfolgt, in Wiesbaden den benötigten preiswerten Wohnraum zu schaffen und dabei die Situation der Umwelt in dem Gebiet so weit es geht zu schonen. Es liegt in der Natur der Sache, dass eine Bebauung in einem bisher unbebauten Gebiet eine zusätzliche Versiegelung mit sich bringt. Deshalb auf eine Bebauung zu verzichten, würde die zentrale Aufgabe einer Kommune, Daseinsvorsorge für ihre Bürger herzustellen, negieren. Deshalb muss kommunale Planung Kompromisse eingehen, um einerseits zukunftssicher und andererseits nachhaltig zu agieren. Grundlage der Planung sind die Untersuchungen, die derzeit durchgeführt werden und die Planung leiten werden, damit die Ziele, auch die umweltpolitischen, so weit wie möglich erreicht werden.

Boris Mackrodt

ID: 91 23.05.2018 12:03

Ich erwarte, dass wir - zumindest im Falle einer Ablehnung der Citybahn – dann auch über den Bau des neuen Stadtteils Ostfeld abstimmen können. Denn zusätzliche 10.000 Einwohner und 5.000 Arbeitsplätze zwischen Mainz und Wiesbaden ohne die Möglichkeit eines großstädtischen schienengebunden ÖPNV zu projektieren, wäre verantwortungslos angesichts der ohnehin schon heiklen Verkehrssituation rund um das Gebiet und der Wiesbadener Innenstadt.