Soziale Stadt Gräselberg

Letzte Aktualisierung am: 11.11.2019

Der Gräselberg ist Wiesbadens älteste und größte "Satellitenstadt". Mehrere Kleinquartiere mit jeweils unterschiedlichen Bewohnerstrukturen sind hier anzutreffen. Das Stadtquartier Gräselberg mit ca. 6.200 Einwohnern weist einen hohen Ausländeranteil bzw. Bewohneranteil mit Migrationshintergrund sowie eine gegenüber der Gesamtstadt deutlich höheren Arbeitslosenquote, insbesondere bei Frauen und Jugendlichen auf. Der Wohnungsbestand ist überwiegend aus den 1960er und 1970er Jahren. Zusätzlich sind ältere Siedlungsteile mit einem hohen Eigentumsanteil aus den 1920er Jahren vorhanden. Das Quartier ist in Teilen gekennzeichnet durch einen hohen Modernisierungs- und Sanierungsbedarf, insbesondere hinsichtlich der energetischen Sanierung. Trotz hohem Grünanteil sind kaum Aufenthalts- und Spielbereiche auf privaten Flächen vorhanden. Öffentliche für die Quartiersbevölkerung nutzbare Grünflächen sowie Begegnungsstätten für die Stadteilbewohner oder auch eine Turnhalle fehlen völlig. Aus diesen Gründen heraus wurde Ende 2015 der Gräselberg Standort des Bund-Länder-Programms "Soziale Stadt". Durch städtebauliche Investitionen in das Wohnumfeld, in die Infrastrukturausstattung und in die Qualität des Wohnens sollen vor allem lebendige Nachbarschaften befördert und der soziale Zusammenhalt gestärkt werden.

Stadtverordneten-Beschluss 0312 vom 22.09.2016 zur Sitzungsvorlage 16-V-51-0012: Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt, Wiesbaden Gräselberg“

Das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) wurde 2018 gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Akteuren des Quartiers und der Stadtverwaltung erarbeitet. Hier werden Projekte- und Maßnahmen für die kommenden Jahre dargestellt und das Investitionsvolumen ablesbar. Der Beschluss des abgestimmten ISEKs steht bevor.

Alle Gräselbergerinnen und Gräselberger

Im Nov. 2018 wurde im Stadtteil ein Quartiersmanagement installiert. Das Quartiersmanagement soll eine Integration und Vernetzung aller Strategien und Aktivitäten aus dem ISEK Gräselberg befördern. Es fungiert als eine Schnittstelle zwischen Verwaltung, Stadtteil – und Programmgremien, Stadtteilakteuren und Bewohnerinnen und Bewohnern.  www.wiesbaden.de/leben-in-wiesbaden/planen/wohnen/stadterneuerung/soziale-stadt-graeselberg-quartiersmanagement.php

Eine wesentliche Initialzündung für den Entwicklungsprozess im Stadtteil soll von dem Neubau des Stadtteilzentrums ausgehen. Das derzeit genutzte Stadtteilzentrum ist nicht sanierungsfähig. Die vorhandenen Raumkapazitäten reichen bei weitem nicht aus, um den aktuellen Bedarf an Angeboten der offenen Arbeit für Kinder und Jugendliche sowie an Treff- und Begegnungsmöglichkeiten aller Altersgruppen zu decken. Für den Neubau sind daher zusätzlich eine Bewegungshalle und ein Versammlungssaal geplant. Der Neubau soll auf einem Teil der Brachfläche Pörtschacher Straße gebaut werden. Hierfür ist eine Machbarkeitsstudie beauftragt worden, welche im Sommer 2019 fertiggestellt wird.

Ein weiteres wichtiges Projekt aus der Beteiligung zum ISEK Gräselberg ist die Erarbeitung eines Grün- und Wegekonzeptes für den Gräselberg. Etwa ein Drittel der im ISEK vorgeschlagenen Maßnahmen sind auf den Grundstücken der Wohnungsunternehmen und Eigentümergemeinschaften verortet. Der hohe Grünanteil kann ein Markenzeichen des Gräselbergs werden. Auch das vorhandene Wegenetz bietet das Potenzial, sich als Quartier der kurzen Wege auszuzeichnen. Auch die Neuordnung der vorhandenen Stellplätze und Gestaltung des Straßenraumes kann die Attraktivität des Quartiers erhöhen. Das eigentümerübergreifende Grün- und Wegekonzept soll im Rahmen eines „Planning for real“-Verfahrens entstehen. Dieses startet im Sommer 2019 und hat eine Laufzeit von etwa einem Jahr. Bereits in 2020 sollen dann in Kooperation vor Ort erste Maßnahmen wie zum Beispiel ein Treffpunkt für Jugendliche, attraktivere Spielplätze, ein Aufenthaltsort für alle Generationen oder auch barrierefreie, beleuchtete Wegeverbindungen, Blühwiesen und Fassadenbegrünung umgesetzt werden.

Parallel zu diesen  Maßnahmen wird in 2020 noch ein Verkehrsgutachten beauftragt werden.  Ziele sind u.a. die angespannte Situation auf dem Klagenfurter Ring zu entschärfen, die Erreichbarkeit zum Belzbach-/Mosbachtal zu stärken und den Stellplatzdruck zu mindern.

Ein großer Wunsch aus der Bevölkerung heraus war die Stärkung des Sport- und Freizeitbereiches auf dem Gräselberg. Hierfür wird in 2020 eine kleine Konzeptstudie in Auftrag gegeben werden.

Aufbauend auf diesen vorbereitenden Untersuchungen werden dann investive Maßnahmen durchgeführt werden können.

Zur Umsetzung von Projekten werden in Zukunft - gemeinsam mit dem Quartiersmanagement Gräselberg sowie je nach Projekt Planern/Moderatoren - niedrigschwellige Beteiligungen durchgeführt werden.

Beteiligung im Rahmen „Grün- und Wegekonzept Gräselberg“

Das Planerteam von gruppe F Landschaftsarchitekten aus Berlin schlug im September erstmalig sein Zelt als Vor-Ort-Büro im Gräselberg auf. Vier Tage lang suchten die Planerinnen und Planer in den sogenannten Gräselberg-Expeditionen den intensiven Austausch mit den Anwohnerinnen und Anwohnern. Hauptthema: das viele Grün erlebbar und nutzbar machen. Das Konzept setzt sich dabei nicht nur die Aufwertung der Grünflächen und Wegeverbindungen zum Ziel, sondern möchte auch die Verbindungen zwischen den unterschiedlichen sozialen Gruppen und Generationen stärken.

Die nächsten beiden Planungswochen finden vom 25.-28.03.19 und 24.-27.06.19 statt. Visionen für einzelne Orte werden diskutiert und priorisiert und erste kleinteilige und temporäre Maßnahmen in Mitmachaktionen und Bauworkshops umgesetzt.

Am Ende des Prozesses sollen nicht nur ein Gestaltungsleitbild und eine landschaftsplanerische Gesamtvision stehen, sondern auch Lösungen für einzelne Räume. Um eine nachhaltige Beteiligungskultur im Stadtteil zu festigen und die Mitwirkung der Anwohnenden bei Planungsprozessen auch in der Zukunft zu sichern, werden Beteiligungsspielregeln vereinbart. Damit Maßnahmen aus dem Konzept unabhängig von Grundstücksgrenzen und Eigentumsverhältnissen im Quartier umgesetzt werden können, wird zudem eine Kooperationsvereinbarung mit den Wohnungsunternehmen abgeschlossen.

Details zu den Veranstaltungen finden Sie auf der Homepage der Stadt Wiesbaden https://www.wiesbaden.de/soziale-stadt-graeselberg oder unter „GruenerGraeselberg“ auf Facebook und instagram.

Fachlich und Bürgerbeteiligung:
SEG Wiesbaden mbH als Treuhänder der Landeshauptstadt Wiesbaden
Alexandra Hanusch
0611-77808 49
 
Quartiersmanagement:
Angelika Wust
0170-8300337
angelika.wust@dwwi.de

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