Soziale Stadt Gräselberg

Letzte Aktualisierung am: 28.05.2019

Der Gräselberg ist Wiesbadens älteste und größte "Satellitenstadt". Mehrere Kleinquartiere mit jeweils unterschiedlichen Bewohnerstrukturen sind hier anzutreffen. Das Stadtquartier Gräselberg mit ca. 6.200 Einwohnern weist einen hohen Ausländeranteil bzw. Bewohneranteil mit Migrationshintergrund sowie eine gegenüber der Gesamtstadt deutlich höheren Arbeitslosenquote, insbesondere bei Frauen und Jugendlichen auf. Der Wohnungsbestand ist überwiegend aus den 1960er und 1970er Jahren. Zusätzlich sind ältere Siedlungsteile mit einem hohen Eigentumsanteil aus den 1920er Jahren vorhanden. Das Quartier ist in Teilen gekennzeichnet durch einen hohen Modernisierungs- und Sanierungsbedarf, insbesondere hinsichtlich der energetischen Sanierung. Trotz hohem Grünanteil sind kaum Aufenthalts- und Spielbereiche auf privaten Flächen vorhanden. Öffentliche für die Quartiersbevölkerung nutzbare Grünflächen sowie Begegnungsstätten für die Stadteilbewohner oder auch eine Turnhalle fehlen völlig. Aus diesen Gründen heraus wurde Ende 2015 der Gräselberg Standort des Bund-Länder-Programms "Soziale Stadt". Durch städtebauliche Investitionen in das Wohnumfeld, in die Infrastrukturausstattung und in die Qualität des Wohnens sollen vor allem lebendige Nachbarschaften befördert und der soziale Zusammenhalt gestärkt werden.

Stadtverordneten-Beschluss 0312 vom 22.09.2016 zur Sitzungsvorlage 16-V-51-0012: Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt, Wiesbaden Gräselberg“

Das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) wurde 2018 gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Akteuren des Quartiers und der Stadtverwaltung erarbeitet. Hier werden Projekte- und Maßnahmen für die kommenden Jahre dargestellt und das Investitionsvolumen ablesbar. Der Beschluss des abgestimmten ISEKs steht bevor.

Alle Gräselbergerinnen und Gräselberger

Im November 2018 wurde im Stadtteil ein Quartiersmanagement installiert. Das Quartiersmanagement soll eine Integration und Vernetzung aller Strategien und Aktivitäten aus dem ISEK Gräselberg befördern. Es fungiert als eine Schnittstelle zwischen Verwaltung, Stadtteil- und Programmgremien, Stadtteilakteuren und Bewohnerinnen und Bewohnern.
 
Eine wesentliche Initialzündung für den Entwicklungsprozess im Stadtteil soll von dem Neubau des Stadtteilzentrums ausgehen. Das derzeit genutzte Stadtteilzentrum ist nicht sanierungsfähig. Die vorhandenen Raumkapazitäten reichen bei weitem nicht aus, um den aktuellen Bedarf an Angeboten der offenen Arbeit für Kinder und Jugendliche sowie an Treff- und Begegnungsmöglichkeiten aller Altersgruppen zu decken. Für den Neubau sind daher zusätzlich eine Bewegungshalle und ein Versammlungssaal geplant. Der Neubau soll auf einem Teil der Brachfläche Pörtschacher Straße gebaut werden. Hierfür ist eine Machbarkeitsstudie beauftragt worden, welche im Sommer 2019 fertiggestellt wird. Ein weiteres wichtiges Projekt aus der Beteiligung zum ISEK Gräselberg ist die Erarbeitung eines Grün- und Wegekonzeptes für den Gräselberg. Etwa ein Drittel der im ISEK vorgeschlagenen Maßnahmen sind auf den Grundstücken der Wohnungsunternehmen und Eigentümergemeinschaften verortet. Der hohe Grünanteil kann ein Markenzeichen des Gräselbergs werden. Auch das vorhandene Wegenetz bietet das Potenzial, sich als Quartier der kurzen Wege auszuzeichnen. Durch die Gestaltung von Spiel- und Aufenthaltsbereichen kann die Identifikation mit dem Quartier und ein neues Bewusstsein für die Attraktivität des Gebietes gestärkt werden. Auch durch die Neuordnung der vorhandenen Stellplätze und Gestaltung des Straßenraumes kann die Attraktivität des Quartiers erhöhen.  Das eigentümerübergreifende Grün- und Wegekonzept soll im Rahmen eines „Planning for real“-Verfahrens entstehen. Dieses startet im Sommer 2019 und hat eine Laufzeit von etwa einem Jahr.

Parallel zu diesen vorbereitenden Maßnahmen wird auch noch ein Verkehrsgutachten beauftragt werden.  Ziele sind u.a. die angespannte Situation auf dem Klagenfurter Ring zu entschärfen, die Erreichbarkeit zum Belzbach-/Mosbachtal zu stärken und den Stellplatzdruck zu mindern.

Ein großer Wunsch aus der Bevölkerung heraus war die Stärkung des Sport- und Freizeitbereiches auf dem Gräselberg. Hierfür wird ebenfalls in 2019 eine kleine Konzeptstudie in Auftrag gegeben werden.

Aufbauend auf diese vorbereitende Untersuchungen werden dann investive Maßnahmen durchgeführt werden können. 
Zur Erarbeitung des ISEKs Gräselberg wurden mehrere Beteiligungen für unterschiedliche Zielgruppen mit niedrigschwelligen Formaten durchgeführt. Ergebnisse der Beteiligung sind unter www.wiesbaden.de zu finden.
Zur Umsetzung von Projekten werden in Zukunft - gemeinsam mit dem Quartiersmanagement Gräselberg sowie je nach Projekt Planern und/oder Moderatoren - weitere Beteiligungen durchgeführt werden.
Fachlich und Bürgerbeteiligung:
SEG Wiesbaden mbH als Treuhänder der Landeshauptstadt Wiesbaden
Alexandra Hanusch
0611-77808 49
 
Quartiersmanagement:
Angelika Wust
0170-8300337
angelika.wust@dwwi.de

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