Ostfeld - ein neuer Stadtteil für Wiesbaden wird geplant

 

Ostfeld     News     Projekt    Mitgestalten      Downloads     Kontakt


Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und Gewerbeflächen vor dem Hintergrund einer wachsenden Stadt zu schaffen und zugleich gute Wohn-, Lebens- und Arbeitsverhältnisse in der Stadt zu erhalten, sind die wichtigsten Herausforderungen aktueller Stadtentwicklung. Dabei bedarf es zweier, sich ergänzender Strategien: Die Nahverdichtung bestehender städtischer Quartiere mit guter Infrastruktur zu fördern sowie die Stadterweiterung in seinen äußeren Stadtgebieten. Da die Aktivierung innerstädtischer Potentialflächen oft aufgrund eigentumsrechtlicher Hürden der Steuerungskraft der Stadt entzogen wird, hat Wiesbaden mit dem Einleitungsbeschluss vom 29. Juni 2017 über die Durchführung von vorbereitenden Untersuchungen die Stadtentwicklungsgesellschaft SEG mbh beauftragt, zu prüfen, ob eine Stadterweiterung im Bereich Ostfeld/Kalkofen aufgrund der örtlichen Rahmenbedingungen möglich ist.

 

Die Phase der vorbereitenden Untersuchungen umfasst u.a. neben zahlreichen Gutachten, die gemeinsam mit den Fachämtern der Landeshauptstadt Wiesbaden beauftragt werden auch die Mitwirkungsbereitschaft der Betroffenen (Eigentümer, Pächter, Sonstige ) abzufragen und einen Kosten- und Finanzierungsplan aufzustellen.

Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme - kurz erklärt
Der Begriff stammt aus dem Baugesetzbuch, §§ 165 ff. Dieses Instrument des besonderen Städtebaurechts gibt der Stadt die Möglichkeit, den Wohnraum- und Gewerbeflächenmangel durch die Entwicklung von neuen Wohn- und Gewerbeflächen zügig zu lösen.
Eine solche Entwicklungsmaßnahme darf nur angewandt werden, wenn bestimmte Anforderungen erfüllt sind. So muss die Maßnahme im Wohle der Allgemeinheit erforderlich und die Durchführung der Maßnahme innerhalb eines absehbaren Zeitraums gewährleistet sein. Des Weiteren ist die Mitwirkungsbereitschaft der Eigentümer abzufragen. Auf diese Weise soll geklärt werden, ob einvernehmliche Lösungen gefunden werden können, um die Ziele, neue Wohn- und Gewerbeflächen zu entwickeln, auch mit Hilfe der Instrumente des allgemeinen Städtebaurechts erreicht werden können. Sind die Voraussetzungen gegeben, kann die Stadt das Entwicklungsgebiet per Satzung festlegen.
Aus der Bodenwertsteigerung (Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufswert der Grundstücke) können die Entwicklungskosten finanziert werden. Hierzu zählen die verkehrlichen Infrastrukturen (Straßen, Wege, Plätze etc.), die soziale Infrastruktur (z. B. Kita, Schule), die leitungsgebundene Infrastruktur (Strom, Wärme, Breitband etc), die Herstellung der Grünflächen, den Eingriffsausgleich sowie die Planungs- und Steuerungskosten. Ein wichtiger Baustein für die Sicherstellung der Finanzierung der Gesamtmaßnahme ist das Einfrieren des Bodenwerts, um Spekulationen und Preissteigerungen Einhalt zu gebieten.

Budget im Rahmen der vorbereitenden Untersuchungen
Für diese Phase des Projektes steht ein Budget von 1,6 Mio. € zur Verfügung. Einen wesentlichen Teil des Planungsprozesses nimmt hierbei eine intensive Beteiligung der Wiesbadener Bürgerinnen und Bürger ein. Allein für die Bürgerbeteiligung sind 400.000 Euro veranschlagt.

Die Planungen stehen jetzt am Anfang
Die Planungen für das rund 450 Hektar große Gebiet stehen am Anfang. Das Untersuchungsgebiet wurde bewusst so groß abgegrenzt, da zahlreiche Fragestellungen zu klären sind, die das weitere Projektgebiet betreffen, wie z.B. der neue Stadtteil an das bestehende Infrastrukturnetz (Straßen, Schienen, etc.) angebunden werden kann, wie vorhandene Strukturen, wie die Siedlung Fort Biehler eingebunden werden kann bzw. welche Auswirkungen eine Siedlungsentwicklung auf die Siedlung aber auch auf angrenzende Nachbarschaften hat. Antworten auf die Frage: Welche Flächen innerhalb des Untersuchungsgebiets unter Beibehaltung eines hohen Anteils von Freiflächen als Wohn- und Gewerbeflächen entwickelt werden sollen, soll das Strukturkonzept liefern.


Prüfauftrag ist, ob ein neuer Stadtteil für 8.000 – 12.000 Einwohner auf ca. 30-35 ha und ca. 50 ha Gewerbeflächen im Untersuchungsgebiet untergebracht werden können.

Um die Anforderungen an den neuen Stadtteil aus Expertensicht zu diskutieren wurden u.a. thematische Planungsworkshops mit der Projektleitung und dem Planungsteam durchgeführt. Dessen Ergebnisse fließen in den Planungsprozess ein.

Projektinfoblatt Ostfeld-Kalkofen (PDF)

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass eine soziale Mischung mit lebendigen Nachbarschaften und vielseitigen Angeboten für Wohnen, Arbeit, Bildung, Kultur, Freizeit, Sport und Erholung gewünscht werden. Der neue Stadtteil soll sich zudem durch vielfältige Wohnungsangebote (Miete / Eigentum / Baugemeinschaften etc.) gemischt mit wohnverträglichen Gewerbenutzungen und lebendigen Erdgeschosszonen auszeichnen unter dem Motto: Ostfeld – ein urbaner Stadtteil.

Spannend und herausfordernd ist dabei grundsätzlich die Frage, wie Landschaft, Wohnen, Arbeiten und Mobilität nachhaltig und ökologisch verzahnt werden können.

Input hierzu lieferte die Veranstaltungsreihe IMPULSE für das OSTFELD. Bis November 2018 gab es monatlich (Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, August, September) eine Veranstaltung zu einer bestimmten Fragestellung. Gegebenenfalls wird die Veranstaltungreihe in dieser oder ähnlicher Form in 2019 fortgeführt. 

Das Video zum Stadtentwicklungsprojekt


Der Zeitstrahl 


Wer sind die Akteure
Die Akteure, die in diesem kooperativen Planungsprozess den Strukturplan für den neuen Stadtteil Ostfeld entwickeln, sind neben der Projektleitung das Planungsbüro pesch partner und das Kommunikationsbüro IKU_Die DIALOGGESTALTER beide aus Dortmund. Die Projektleitung arbeitet in enger Absprache mit den Fachämtern der Landeshauptstadt Wiesbaden und deren Gesellschaften sowie mit Experten von Vereinen, Initiativen und Verbänden zusammen. Ziel ist, Ideen zu generieren, Alternativen zu diskutieren und Lösungen mit hoher städtebaulicher Qualität für einen lebenswerten Stadtteil mit einer lebendigen Vielfalt zu erarbeiten. Die Bürgerinnen und Bürger erhalten durch eigens für Sie konzipierte Veranstaltungen die Chance, sich aktiv in den Prozess einzubringen und das Planungsergebnis mitzugestalten.