ESWE-Verkehr-Betriebshof

Letzte Aktualisierung am: 15.05.2019

Der zukünftige Einsatz von batterieelektrischen Bussen und Brennstoffzellenbussen in der Landeshauptstadt Wiesbaden ist ein wichtiger Schritt, um die Stickoxidbelastung zu senken und Dieselfahrverbote in der Stadt auch in Zukunft zu verhindern. Die lokal emissionsfreien Busse werden sich ohne Schadstoffausstoß und ohne Lärmbelästigung durch Wiesbaden bewegen und damit zu einer höheren Lebensqualität der Stadtbevölkerung beitragen. Die Umstellung der Dieselbusflotte auf Elektromobilität wurde als zentrale Maßnahme des Masterplans WI-Connect und des Sofortpakets für den Luftreinhalteplan zur Abwendung eines Dieselfahrverbots festgehalten.

Zur Umsetzung des emissionsfreien ÖPNV werden auf dem Omnibusbetriebshof der ESWE Verkehr Umbaumaßnahmen vorgenommen. So wird auf dem Betriebsgelände in der Gartenfeldstraße 18 eine Wasserstofftankstelle errichtet, die zur Betankung der Brennstoffzellenbusse dienen wird. Zum Laden der batterieelektrischen Busse werden auf dem Betriebshof Ladeinfrastruktur und vorgelagerte Netzebenen wie eine Ringleitung, eine Mittelspannungsübergabestation gebaut, um die entsprechende Ladeleistung bereitzustellen. Gemeinsam mit dem Wiesbadener Stromnetzbetreiber Stadtwerke Wiesbaden Netz GmbH (sw netz) ist außerdem der Bau eines Umspannwerks geplant.

Durch die Umbaumaßnahmen und den Wegfall von Abstellflächen auf dem Betriebshof wird ein Teil des Parkplatzes Salzbachaue provisorisch als Abstellfläche für Busse genutzt.

Die Stadtverordnetenversammlung hat mit Beschluss Nr. 0379 am 6. September 2018 das Sofortpaket der Landeshauptstadt Wiesbaden zur Reduzierung der Luftschadstoffbelastung im Rahmen der 2. Fortschreibung des Luftreinhalteplanes für den Ballungsraum Rhein-Main Teilplan Wiesbaden beschlossen und dem Land Hessen zur Aufnahme in den Luftreinhalteplan gemeldet. Damit wurde auch die Umsetzung der darin enthaltenen Maßnahmen nach Maßgabe des Green City Plan — Masterplan „WI—Connect" veranlasst, darunter die Elektrifizierung der Busflotte der ESWE Verkehr durch die Umstellung von insgesamt 221 Fahrzeugen auf Batteriebusse, den Aufbau der Ladeinfrastruktur für diese Busse sowie die Beschaffung von Brennstoffzellenbussen und den Aufbau einer Wasserstofftankstelle in Wiesbaden.

Die Stadtverordnetenversammlung hat am 14. Februar 2019 mit Beschluss Nr. 0006 über die Bereitstellung der Infrastruktur für den emissionsfreien ÖPNV davon Kenntnis genommen, dass die Kapazitäten auf dem Gelände des Betriebshofes der ESWE Verkehr für die Abstellung und Ladung (inklusive der Installation der benötigen Ladeinfrastruktur) nicht ausreichend sind. Die Stadtverordnetenversammlung hat darüber hinaus der provisorischen Nutzung eines Teils des Parkplatzes Salzbachaue durch die ESWE Verkehr für die ab 2019 auszuliefernden Elektrobusse samt Installation der dafür notwendigen Ladeinfrastruktur zugestimmt und darauf hingewiesen, dass ggf. an diesem Standort auch Dieselbusse abgestellt werden, insbesondere während der Phase der Umgestaltung des Betriebsgeländes. Die Stadtverordnetenversammlung hat darüber hinaus zur Kenntnis genommen, dass der Bau eines neuen ortsnahen Umspannwerks Voraussetzung für die notwendige Ladeleistung für den emissionsfreien ÖPNV ist und die sw netz das Umspannwerk errichten und betreiben wird. Die aufwändige Alternativenprüfung von möglichen Standorten des Umspannwerks und die optimale Standortfindung auf dem Betriebshofgelände der ESWE Verkehr an der Gartenfeldstraße 18 wurde ebenfalls zur Kenntnis genommen.

Die Kosten für den Bau der Wasserstofftankstelle belaufen sich auf ca. 2,3 Mio. €, davon werden ca. 2 Mio. € über eine Förderung der Länder Hessen und Rheinland-Pfalz zu gleichen Teilen getragen.

Folgende Maßnahmen sind innerhalb des Vorhabens außerdem kostenrelevant und werden je nach Projektstand aktualisiert:

  • Provisorische Ertüchtigung Schwerlastverkehr und Umzäunung Salzbachaue
  • Überfahrt Gartenfeldstraße
  • Errichtung Netzinfrastruktur
  • Bauleistung Ladeinfrastruktur samt Bauprojektleitung
  • Umbau von Werkstätten

Anlieger der Gartenfeldstraße und Nutzer des Parkplatzes Salzbachaue

Ab Mai 2019:

  • Errichtung der Wasserstofftankstelle durch die Firma Linde AG sowie provisorische Ertüchtigung eines Teilstückes des Parkplatzes Salzbachaue für den Schwerlastverkehr und provisorische Umzäunung des Geländes.
  • Errichtung einer provisorischen Überfahrt zwischen dem ESWE-Verkehr-Betriebshof und der Teilparkfläche der Salzbachaue.

Ebenfalls noch im Jahr 2019 sollen Umbauarbeiten der Werkstattgebäude beginnen, ein Teil der Salzbachaue als provisorische Fahrzeugabstellfläche genutzt werden, die Mittelspannungsübergabestation errichtet werden und die erste Ausbaustufe der Ringleitung erfolgen. Weitere Schritte sind die Errichtung der Ladeinfrastruktur sowie Planung und Bau des Umspannwerks in Abstimmung mit sw netz.

ESWE Verkehr informiert die interessierten Bürger und steht für den weiteren Dialog zur Verfügung.

Auftakttermin war die Sitzung des Ortsbeirats Südost am 31. Januar 2019, auf der ESWE Verkehr über das Vorhaben informierte.

Dietmar Schneider
ESWE Verkehrsgesellschaft mbH
Prokurist, Geschäftsbereichsleiter Technischer Betrieb

David Coleman
ESWE Verkehrsgesellschaft mbH
Stabsstelle emissionsfreier ÖPNV

Verbesserungsmanagement@eswe-verkehr.de

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Philippe Jaeck

ID: 156 16.06.2019 11:21

Alle Verbrennungsmotoren können nicht durch akkubetriebene E-Autos ersetzt werden. Das hält weder das deutsche Stromnetz, noch das Wiesbadener Netz aus. Um weiter neben ÖPNV und Radfahren auch eine lokal luftschadstofffreie Mobilität durch MIV bieten zu können ist also auch Wasserstoff als Energieträger nötig. Daher bitte ich zu prüfen, die Wasserstofftankstelle auch Privatnutzern mit ihren Autos zu öffnen.

Juliane Rösler

Kommentar der Moderation
ID: 161 01.07.2019 11:05

Vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der wir Ihnen folgende Antwort der ESWE Verkehrsgesellschaft rückmelden können:

Ihr Vorschlag, die Wasserstofftankstelle für den motorisierten Individualverkehr (MIV) zu öffnen, ist seitens der Projektpartner bei diesem Vorhaben bereits geprüft worden. Eine Öffnung der Tankstelle für den Individualverkehr ist nicht möglich.
Das zu Nutzfahrzeugen unterschiedliche Druckniveau von 350 bar gegenüber Pkw mit 700 bar sowie die grundsätzlichen Unterschiede bei den Zapfsäulen verhindern die Möglichkeit, den MIV mit versorgen zu können.
Gerne weisen wir auf die bestehende Wasserstoffbetankungsinfrastruktur in Wiesbaden und dem Rhein-Main Gebiet, die unter https://h2.live/ eingesehen werden kann, hin. Bei der H2 Mobility Deutschland GmbH & Co. KG, die in Deutschland eine Basisinfrastruktur an H2-Tankstellen errichtet und betreibt, kann zudem über diese Webseite der konkrete Bedarf einer Betankungseinrichtung für Brennstoffzellen-Fahrzeuge gemeldet werden. Gesucht werden hier „Wasserstoff-Pioniere“ aus dem privaten, gewerblichen und kommunalen Bereich.
Darüber hinaus setzt sich die Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen e.V. (https://www.h2bz-hessen.de) für den Einsatz von Brennstoffzellen-Fahrzeugen in Hessen und den damit verbundenen Ausbau der H2-Betankungsinfrastruktur ein.