Planung CityBahn

Sicherung der Bäume und erste Erkundungen der Wurzeln

Von Landeshauptstadt Wiesbaden, Pressereferat am 28.09.2018

Mehr als 400 Bäume säumen die Biebricher Allee, noch einmal 100 die Rheinstraße. Um im Zuge der Entwurfsplanung der CityBahn genaue Daten über Zustand und Verlauf des Wurzelwerkes zu erhalten, werden in den hessischen Herbstferien erste vorsichtige Grabungen vorgenommen, teilt ESWE Verkehr mit.


„Die Eingriffe in den Baumbestand sollen beim Bau der CityBahn so gering wie möglich sein. Darum brauchen wir genauere Daten, die sogenannten Wurzelsuchgräben dienen der Analyse des derzeitigen Zustandes der Bäume“, erläutert Dr. Martin Pächer, Planer der CityBahn GmbH. Die Grabungen erfolgen in Abstimmung mit den zuständigen
Behörden und Fachämtern der Stadt Wiesbaden.


Das Stadtgrün habe einen hohen Stellenwert für die Lebensqualität Wiesbadens und damit auch hohe Priorität für die CityBahn, resümiert Hermann Zemlin, Geschäftsführer der CityBahn GmbH: „Von Anfang an haben wir die Bäume als prägendes Element gerade der Biebricher Allee und der Rheinstraße in unsere Planungen mit einbezogen, damit unsere Infrastrukturmaßnahme - die ja zur Verbesserung der Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger Wiesbadens beitragen soll - auch den größtmöglichen Erhalt des Baumbestandes garantiert.“
Die Grabungen werden voraussichtlich in den Herbstferien abgeschlossen.

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Ulrich Chilian

22.10.2018 13:19

Ja, ich habe das heute schon einmal versucht: Ich bitte die City-Bahn-Planer sich mal das BOB-Konzept von Solingen anzuschauen. Nur so. Möglicherweise wäre das ja was für Wiesbaden - zumindest braucht man nicht jahrelang die halbe Innenstadt aufzureißen und den Baumbestand in Rheinstraße und Biebricher Allee zu gefährden. Das BOB Konzept von Solingen wird heute auf SPON erläutert. Ich implementiere den LINK aber nicht nochmal....

Juliane Rösler

Kommentar der Moderation
17.12.2018 11:10

Vielen Dank für Ihre Anregung, zu der ich Ihnen folgende Antwort der zuständigen Projektleitung geben kann:

Vielen Dank für Ihren konstruktiven Vorschlag. Die Entwicklungen von O- und Spurbussystemen verfolgen wir ebenfalls sehr aufmerksam.

Leider kann durch den Austausch eines Diesel-Busses gegen einen E- oder O-Bus die Fahrgastkapazität nicht erhöht werden. Insgesamt finden in einer Zwillingsbahn bis zu 440 Fahrgäste Platz – an gleicher Stelle müssten drei Gelenkbusse fahren. Für die fehlt auf den Straßen und an den Haltestellen jedoch schlichtweg der Platz. Auch ein BOB würde also im Stau stehen, solange er keine eigene Fahrspur erhält. Um eine eigene Busspur zu schaffen, müssten die Straßenbauer den gesamten Linienverlauf auf einer Breite von 4,25 Metern pro Fahrtrichtung mit Beton versiegeln. Beim Bau eines Tram-Netzes kann das Gleisbett hingegen in 3,25 Meter schmale Rasenflächen <https://blog.citybahn-verbindet.de/stadtgestaltung-gleise/> gefasst werden, die den Stadtraum sogar aufwerten. Hinzu kommt, dass sowohl die Infrastruktur als auch die Fahrzeuge eines Straßenbahnsystems deutlich robuster sind als Bussysteme.

Die Straßenbahn ist dem Spurbus auch deshalb überlegen, weil sie mehr Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV bewegt. Dank des Akzeptanzvorteils schienengebundener Verkehrsmittel steigen die Fahrgastzahlen <https://www.metropolnews.info/mp359837/mainz-mainzelbahn-10-millionster-fahrgast-begruesst> mit der Einführung eines Straßenbahnbetriebs in der Regel signifikant an. Der hier verlinkte Artikel zeigt den Akzeptanzvorteil deutlich am Beispiel Mainz. Untersuchungen deutscher Nahverkehrsunternehmen aus den letzten Jahren zeigen, dass sich nach Einführung einer Stadtbahn sehr deutliche Fahrgastzuwächse von 70 bis 100 Prozent ergeben haben. Somit vermeidet eine Straßenbahnlinie mehr Autofahrten als eine Buslinie, was wiederum einen höheren volkswirtschaftlichen Nutzen erbringt.

Wegen der großen Pannenanfälligkeit, die auch zu Kapazitätsproblemen während der Hauptverkehrszeit führte, und der deutlich höheren Unterhaltungskosten hat sich die französische Stadt Caen <https://www.nahverkehrhamburg.de/franzoesische-stadt-caen-baut-strassenbahn-frueher-als-geplant-1762/> im Jahr 2016 dazu entschieden, ihr modernes Oberleitungsbussystem stillzulegen und bis zum Jahr 2018 auf den gleichen Strecken eine konventionelle Straßenbahn zu bauen. Auch die Stadt Regensburg <https://www.tvaktuell.com/mediathek/video/historische-entscheidung-regensburg-bekommt-stadtbahn/> hat sich kürzlich aufgrund der niedrigen Fahrgastkapazitäten von BOB für den Bau einer Straßenbahn entschieden.

Ulrich Chilian

22.10.2018 11:39

Ich habe schon öfter auf Folgendes hingewiesen:
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/solingen-setzt-innovative-elektro-oberleitungsbusse-ein-a-1227491.html
Wäre schön, wenn sich auch ESWE mal ERNSTHAFT damit beschäftigen würden. Andere Städte sind da offenbar schon weiter...