Verkehrsinitiative: Stressfreier und schöner leben, arbeiten und einkaufen

23.01.2020 | 15:19

Der motorisierte Verkehr wird in Verhältnis zu anderen Verkehrsteilnehmern zurzeit noch viel zu viel Platz eingeräumt wird. Nahezu jede Straße in der Innenstadt verfügt über Parkplätze an einer Seite oder zwei Seiten, nahezu jede Straße in der Innenstadt ist mit dem Auto befahrbar – oft sogar in beiden Richtungen.

Das geht auf Kosten anderer Nutzungen:
o Geparkte Autos verunstalten die Ansicht unserer wunderschönen Stadt
o Fahrende Autos, in denen oft auch nur 1 Person sitzt, beanspruchen verglichen mit ÖPNV, Fußgängern oder Taxis relativ viel Straßenraum für sich. Das ist nicht nur asozial, es ist auch nicht ökonomisch, denn diesen Platz kann für andere Verkehrsformen nicht benutzt werden. Weil mancherorts dadurch kein Platz für getrennte Radwege oder Busspuren ist, stehen Busse und sogar Radfahrer dort im Stau.
o Autos stellen eine Gefahr für spielende Kinder, Fußgänger, Rad- und Rollerfahrer. Eine unfreiwillige Begegnung mit einem Auto geht für diese Verkehrsteilnehmer selten glimpflich aus.

Durch eine Bürgerbeteiligung konnte die Stadt Wiesbaden dazu ermutigt werden, in Zukunft z.B. dafür zu sorgen, dass:

-Verkehrsachsen und Verkehrsströme in der Innenstadt neu gedacht werden: Müssen Taunusstraße, Coulinstraße, Bahnhofsstraße für den motorisierten Individualverkehr in beiden Richtungen befahrbar sein? Gegenebenfalls ist über einen sogenannten „Cut“ nachzudenken, der Lieferverkehr und Anwohnern die Einfahrt zwar ermöglicht, die Route für den durchgehenden Verkehr unattraktiv oder unmöglich macht. Vonnöten ist so ein „Cut“ auch auf Schleichwege, zum Beispiel in der Wilhelminenstraße, die vor allem morgens und nachmittags eine attraktive Verbindung zur 417 ist.
-Radfahrer und Fußgänger einerseits, Autoverkehr und Parkplätze andererseits räumlich voneinander getrennt werden. Dementsprechend sollten Radwege möglichst getrennt angelegt und zumindest von einer erhöhten Bordsteinkante vom restlichen Verkehr getrennt werden.
-innenstädtische Straßen, aber vor allem schmale und für die Verkehrsströmung nicht unbedingt notwendige Straßen (Saalgasse, Nerostraße, Webergasse, Röderstraße), immer Tempo-30 sind. In solchen Straßen soll es auch verboten werden, Rad- oder Rollerfahrer zu überholen so lange diese nicht über eine räumlich getrennte Infrastruktur verfügen.
-innovative Ampelschaltungen ausprobiert werden. Im Ausland ist es schon lange erprobt, aber es wird Zeit auch in Wiesbaden einen Versuch zu unternehmen mit Ampelschaltungen, die Radfahrer und Fußgänger aus dem sonstigen Verkehr herausnehmen. Radfahrer aller Richtungen sollten zum gleichen Zeitpunkt "grün" bekommen, Fußgänger zu einem weiteren Zeitpunkt. So entfällt die Problematik mit toten Winkeln oder Autofahrern, die noch schnell vor den Fußgängern abbiegen.
- Wiesbadener ohne Auto sollten einen Parkausweis beantragen dürfen, mit dem sie unbürokratisch das Recht bekommen, einen öffentlichen Parkplatz 'alternativ' (z.B. als Fahrradparkplatz, als Spielplatz, als Garten usw.) nutzen zu dürfen.

Insgesamt sollten Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer gleichberechtigt behandelt werden. Die Zeiten, in denen Autofahrern die Straße gehörte, sollen vorbei sein.

Um diese Weiche ein für allemal zu stellen, ist eine Bürgerbeteiligung vonnöten.

Bürgerbeteiligung beantragt

Frage 1: Für welche Art von Vorhaben gilt Ihr Vorschlag für Bürgerbeteiligung? (Pflichtfeld)

Bürgerbeteiligung für ein neues Vorhaben (weiter mit Frage 3 und 4)

Frage 2: Mein Vorschlag bezieht sich auf folgendes bestehendes Vorhaben in der Vorhabenliste:

-

Frage 3: Welche Kriterien erfüllt das neue Vorhaben, für welches Sie eine Bürgerbeteiligung anregen möchten?

3. Hohe Anzahl an betroffenen Personen, 4. Gesamtstädtische, regionale oder überregionale Bedeutung, 5. Vermutetes hohes Interesse der Bürgerinnen und Bürger der gesamten Stadt, eines Stadtteils oder der Nutzerinnen und Nutzer einer Einrichtung, 6. Wesentliche Veränderung des Ortsbildes / Öffentlichen Raumes, 7. Voraussichtliches Projektvolumen von mindestens 1 Mio. Euro

Frage 4: Warum ist dieses neue Projekt aus Ihrer Sicht noch wichtig für Wiesbaden, Ihren Stadtteil bzw. die Zielgruppe?

Der städtische Raum war bisher auf ihre ökonomische Qualität reduziert. Im Zuge des Umbruchs im stationären Handel, die Popularität anderer Formen von Mobilität und der demografischen Entwicklung (hohe Geburtrate seit 2016) ist es notwendig, dass die Stadt wieder mehr Aufenthaltsqualität bekommt und die Rolle des motorisierten Verkehr im Straßenraum reduziert wird. Der Asphalt soll nicht länger den Autofahrern, sondern auch Kindern, Fußgängern, Radfahrern gehören.

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