virtueller Marktplatz für Wiesbaden

26.03.2020 | 08:08

Zur Unterstützung der Einzelhändler und um eine gemeinsame und übersichtliche Plattform für die Wiesbadener Einzelhändler zu schaffen, rege ich an, einen virtuellen Marktplatz zu schaffen.
Interessierte Einzelhändler können diese Grundlage für ihren Onlineverlauf insbesondere in Zeiten von Corona nutzen, um ihre Produkte anzubieten.
Die Wiesbadener Bürgerinnen und Bürger haben eine Übersicht über das Angebot heimischer Einzelhändler und können bei diesen kaufen.

Bürgerbeteiligung abgelehnt

Frage 1: Für welche Art von Vorhaben gilt Ihr Vorschlag für Bürgerbeteiligung? (Pflichtfeld)

Bürgerbeteiligung für ein neues Vorhaben (weiter mit Frage 3 und 4)

Frage 2: Mein Vorschlag bezieht sich auf folgendes bestehendes Vorhaben in der Vorhabenliste:

-

Frage 3: Welche Kriterien erfüllt das neue Vorhaben, für welches Sie eine Bürgerbeteiligung anregen möchten?

4. Gesamtstädtische, regionale oder überregionale Bedeutung, 5. Vermutetes hohes Interesse der Bürgerinnen und Bürger der gesamten Stadt, eines Stadtteils oder der Nutzerinnen und Nutzer einer Einrichtung

Frage 4: Warum ist dieses neue Projekt aus Ihrer Sicht noch wichtig für Wiesbaden, Ihren Stadtteil bzw. die Zielgruppe?

Unterstützung der heimischen Einzelhändler in Zeiten der Verlagerung ins Digitale. Aufbau einer regionalen Alternative zu Amazon und Co. Übersichtliches Angebot für Kundinnen und Kunden.

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Julia Schauermann

Kommentar der Moderation
ID: 207 30.04.2020 13:59

Zum Vorschlag eines virtuelles Marktplatzes für Wiesbaden können durch die Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Wiesbaden folgende Rückmeldung geben:

Bereits zu Anfang der „Coronakrise“ hatten sich auf privater Initiative diverse Plattformen, direkt über eigene Webseiten im Internet oder indirekt über die sozialen Medien wie Facebook und Instagram, gebildet. Allein für das Gebiet der Landeshauptstadt Wiesbaden konnten zeitweise 10 Plattformen recherchiert werden.

Auch das Referat für Wirtschaft und Beschäftigung bietet seit mehreren Wochen auf „wiesbaden.de“ unter den Titeln „Buy Local“ und „Eat Local“ eine Verlinkung der lokalen Unternehmen mit Hol- und Bringservice oder Onlinehandel an.

Seit Mitte April konnte, über die Wiesbaden Congress und Marketing GmbH (WICM), zusätzlich ein Gutscheinsystem installiert werden, mit dessen Hilfe der lokale Handel und die lokale Gastronomie unterstützt werden können. Eine Auswertung zeigte sehr hohe vierstellige Zugriffszahlen für „Buy Local und Eat Local“, die Zahlen des Gutscheinangebots sind derzeit noch nicht ausgewertet.

Seit Mitte April befindet sich das Referat für Wirtschaft und Beschäftigung auch in Gesprächen über eine weitere Verbesserung dieses Angebots. WICM hatte bereits vor der Coronakrise gemeinsam mit dem Referat für Wirtschaft und Beschäftigung und anderen Partnern einen virtuellen Einkaufsführer entwickelt. Diese Entwicklung soll nun, mit Unterstützung der Stadt, den Buy Local und Eat Local-Händlern kostengünstig angeboten werden. Die daraus entstehende Plattform wird nicht zu einem Online-Marktplatz wie beispielsweise Amazon ausgebaut, sondern bietet einen gut strukturierten Zugang zu den virtuellen Angeboten der Händler. Gleichzeitig können Ortsfremde über die Kartenfunktion und die Suchfunktion die Geschäfte leicht finden. Auch die angestrebte Gliederung der Einkaufscity in „Einkaufsviertel“ oder „Mikroquartiere“ bildet sich darin ab.

Einen Ausbau zu einem Online-Marktplatz hatte das Referat für Wirtschaft und Beschäftigung diskutiert, letztendlich allerdings verworfen. Teil dieser Überlegungen waren die Erfahrungen des Wiesbadener Kiezkaufhauses, das gut geplant bzw. umgesetzt und gesellschaftlich gewünscht ist, jedoch trotzdem kein ausreichendes Interesse bei den potentiellen Käuferinnen und Käufern wecken konnte. Aus diesem Grund hat das Kiezkaufhaus seine Geschäftstätigkeit im Februar 2020 eingestellt. Zu Anfang der Coronakrise wurden mit den Betreibern Gespräche über eine Reaktivierung geführt, die jedoch ergebnislos endeten.
In diesem Zusammenhang konnten wir feststellen, dass sich lokale oder regionale Marktplätze gegenüber der Marktmacht von Amazon, Zalando und anderen nicht durchsetzen können – unabhängig vom betriebenen Werbeaufwand. Zugleich ist es nicht möglich alle Einzelhändler „unter einen Hut“ zu bringen, d.h. auf einer Plattform gebündelt zu vereinen, da die Partikularinteressen der Akteure zu unterschiedlich sind.