Stadtentwicklungsprojekt Ostfeld/Kalkofen

Für das Stadtentwicklungsgebiet Ostfeld/Kalkofen soll unter Beibehaltung eines hohen Anteils von Freiflächen ein Strukturkonzept mit Flächen für Wohnen und Arbeiten entwickelt werden. Das Strukturkonzept soll in einem Planungs- und Kommunikationsprozess von maximal 18 Monaten erstellt werden. Es bildet dann die Grundlage für die Durchführung von formellen Planungsverfahren.

Eine Konkretisierung und Detaillierung der planerischen Ziele für den neuen Stadtteil mit Wohnen, Arbeiten, Freizeit, Grün- und Erholungsflächen soll im Rahmen des intensiven Kommunikationsprozesses erfolgen.

Luftbild Ostfeld

Das Video zum Stadtentwicklungsprojekt:

Projektinfoblatt Ostfeld-Kalkofen (PDF)

Zeitstrahl Ostfeld-Kalkofen (PDF)

Ziel ist es, mithilfe der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme einen ausgewogenen Mix an Wohnen, Arbeiten, Freiflächen und Biotopflächen herzustellen. Erste Ergebnisse sollen Ende des Jahres 2018 in Form eines Strukturplans vorliegen, um eine grobe Aussage darüber treffen zu können, welche Flächen für die weitere Siedlungsentwicklung in Betracht kommen.

Neben den Fachleuten und Experten sollen die Wiesbadenerinnen und Wiesbadener von Beginn an mit einem intensiven Dialogprozess in die Planung eingebunden werden.

1,6 Millionen Euro

Die Stadtverordnetenversammlung hat am 29. Juni 2017 den Beschluss über die Durchführung von vorbereitenden Untersuchungen nach § 165 Abs. 4 Baugesetzbuch (BauGB) gefasst.

Mithilfe dieser Untersuchungen soll geklärt werden, ob im Bereich Ostfeld/Kalkofen eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme durchgeführt werden kann. Die Untersuchungen beziehen sich auf den in der Übersichtskarte dargestellten Bereich, der im Norden von der Berliner Straße – B 455 / Südfriedhof / Erbenheim, im Osten von der B 455, im Süden von der A 671 und im Westen von der Deponie der Landeshauptstadt Wiesbaden begrenzt wird.

Die Beauftragung ist erfolgt. Der Kommunikationsprozess wird durch das Büro IKU, Dortmund, unterstützt. Der Planungsprozess wird durch das Planungsbüro Pesch Partner, Dortmund begleitet.

Der Dialogprozess im Projekt „Ostfeld/Kalkofen“ geht weiter…. Die erste Informationsveranstaltung mit den Bewohnern von Fort Biehler und Bölckestraße, die im Untersuchungsgebiet liegen, fand am 01.02.2018 im Bürgerhaus Erbenheim statt. Der Einladung sind ca. 50 Anwohner gefolgt. In der Veranstaltung wurde sowohl der Projektsachstand vorgestellt als auch verschiedene Fragen der Anwohner beantwortet, soweit es zu dem derzeitigen Stand möglich war. Ebenso wurden Anregungen der Anwohner für den Prozess mitgenommen. Die Präsentation der Veranstaltung finden Sie hier (Präsentation PDF)

Die Planungsworkshops mit Verbänden, Vereinen und Initiativen haben begonnen. Die Ergebnisse des Planungsworkshops Gewerbe finden sie hier (Dokumentation PDF).
Die Ergebnisse des Planungsworkhops Umwelt finden sie hier (Dokumentation PDF).
Die Ergebnisse des Planungsworkshops Baukultur finden Sie hier (Dokumentation PDF).
Die Ergebnisse des Politik-Forums Ausschüsse finden Sie hier (Dokumentation PDF).  
Die Ergebnisse des Planungsworkshops Mobilität finden Sie hier (Dokumentation PDF)
Die Ergebnisse des Politik-Forums Ortsbeiräte finden Sie hier (Dokumentation PDF).
Die Ergebnisse des Planungsworkshops Wohnen finden Sie hier (Dokumentation PDF).  

Die Projektleitung führt einen Sprechtag (PDF) vor allem für betroffene Eigentümer, Pächter und sonstige Nutzungsberechtigte ein.

alle interessierten Bürgerinnen und Bürger

Die Bürgerinnen und Bürger werden schon weit vor den formellen Planungsverfahren intensiv im Rahmen von informellen Beteiligungsverfahren einbezogen. Es findet eine prozessbegleitende Beteiligung während des Planungsprozesses mit fachlicher Unterstützung statt, in welche ebenso die Themen Wiesbaden2030+, CityBahn sowie die Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans integriert werden.

Die Bürgerbeteiligung erfolgt unter Berücksichtigung der Wiesbadener Leitlinien für Bürgerbeteiligung.

Die Bürgerinnen und Bürger sollen die Chance erhalten, sich aktiv in den Prozess einzubringen und das Planungsergebnis mitzugestalten, z.B. durch die Diskussion über die Planungsalternativen /-szenarien oder das Einbringen von Ideen und Szenarien.

Die Auftaktveranstaltung fand am 17. November 2017 statt.

Die nächste Bürgerveranstaltung soll voraussichtlich am 16. Juni 2018 stattfinden.

Die Abschlussveranstaltung im Zuge der Erstellung des Strukturplans findet voraussichtlich am 23. November 2018 statt.

Prozessbegleitend wird es gemeinsam mit dem WAZ, der Hochschule und der SEG monatliche Impulsveranstaltungen zu verschiedenen Themen wie Wohnen, Mobilität, Freiraum etc. im Jahr 2018 geben.

Für die Bürgerbeteiligung sind 400.000 Euro veranschlagt.

Auftaktveranstaltung "Stadtentwicklung Ostfeld/Kalkofen" vom 17. November 2017, 15:30 Uhr im Roncalli-Haus in Wiesbaden (Veranstaltungsrückblick)

Veranstaltungsreihe IMPULSE für das OSTFELD:

Auftaktveranstaltung "IMPULSE für das OSTFELD - Wie baut man Stadt" am 25. Januar 2018, 18 Uhr im Kulturforum Schillerplatz 1-2, 65185 Wiesbaden (Einladung als PDF)

Zweite Veranstaltung "IMPULSE für das OSTFELD - Smart City für Smart Citizens: Lebenswerte Städte auch durch Digitalisierung?" am 22. Februar 2018, 19 Uhr in der Hochschule Rhein/Main in Wiesbaden (Einladung als PDF)

Projektträger:

SEG - Stadtentwicklungsgesellschaft Wiesbaden mbH 

Konrad-Adenauer-Ring 11

65187 Wiesbaden 

 

Team Projektleitung: 

Michaela Maack

Joachim Mengden

Petra Moser 

 

Kontakt: 

0611 77808-39 

ostfeld@wiesbaden.de 

Download der Karten des Umweltamts (PDF, 3 MB)

Präsentation der Infoveranstaltung vom 01.02.2018 (PDF, 5 MB)

Ergebnisse des Planungsworkshops Umwelt Naturschutz (PDF, 6 MB)

Ergebnisse des Planungsworkshops Gewerbe Industrie (PDF, 6 MB)

Ergebnisse des Planungsworkshops Baukultur (PDF, 7 MB)

Ergebnisse des Politik-Forums Ausschüsse (PDF, 9 MB)

Ergebnisse des Planunsworkshops Mobilität (PDF, 10 MB).

Ergebnisse des Politik-Forums Ortsbeiräte (PDF, 6,6 MB)

Ergebnisse des Planungsworkshops Wohnen (PDF, 7,2MB).  

 

Datum der letzten Aktualisierung: 12.04.2018

Sie möchten uns hierzu etwas mitteilen? (17)

Registrieren Sie sich, um hier Ihre Frage, Anregung oder Meinung mitzuteilen!

Adolf Born

14.03.2018 14:18

Ergänzend zu meinem Kommentar noch folgender interessanter Link:http://www.bund-hessen.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/der-flaechenverlust-im-offenland-muss-gestoppt-werden-bund-und-hbv-wenden-sich-gemeinsam-an-landesr/?tx_ttnews[backPid]=9028&cHash=8aa86ea6bb761b285f4e4dcdf675ab21
Bitte aufmerksam lesen!
Adolf Born

Adolf Born

11.03.2018 19:27

In der Planung fürs Ostfeld leben die Stadtplaner und bestellte Experten zur Zeit ihre Visionen aus, für die einen sind es Zukunftsvisionen, für die anderen der blanke Horror. Aber wie sagte man so schön, bei der letzten Veranstaltung: Man darf nicht nur die Anlieger fragen ( weil die es ablehnen), sondern man muss so lange suchen, bis man jemanden findet, dem es gefällt. Egal wo man den findet. Daraus werden dann die Neubürger.
Es kommt einem so vor, als ob mit diesem Phantasiegebilde in der Hauptsache von den aktuellen Problemen abgelenkt werden soll. Die Innenstadt verödet, also bauen wir uns draußen was neues.
Die städtischen Immobilien-Gmbhs brauchen wieder was zu tun, die Geschäftsführergehälter wollen bezahlt werden, also nehmen wir uns das Land und bauen .
Für die Verkehrsprobleme, die durch so viele Neubürger entstehen, wird als Lösung das Fahrrad und die Drohne empfohlen. Noch nicht einmal die Stadtbahn wird erwähnt, wenn sie denn kommt, fährt sie ja auch weit vorbei. Der Dauerstau auf der A66, morgens und abends, den bilden wir uns ja nur ein.
Bestes Ackerland wird zugebaut, aber wir gleichen das aus. Die regionale Erzeugung, den Hofladen, brauchen wir nicht. Amazon liefert.
Wie will man die ländlichen Regionen wieder beleben (gar nicht so weit von uns weg steht viel Wohnraum leer), wenn man die Leute in die Stadt lockt? Deren Problem, wir wollen wachsen, koste es was es wolle.
Müllverbrennung unmittelbar daneben? Niemand weiß davon.
Ich bedanke mich für die vielen Visionen, aber ich will sie nicht. Lasst das Ostfeld wie es ist und kümmert euch um die Innenstadt!

Adolf Born
Erbenheim

Alexander Meier

12.12.2017 21:21

Guten Tag, das Rhein-Main Gebiet ist voll und die Verkehrsinfrastruktur kann diese Pendlermasse nicht mehr aufnehmen. Es muss vielmehr landesseitig geprüft werden, wie die Stadtflucht aus dem Umland gestoppt werden kann (z.B. Infrastruktur zum Leben und Arbeiten, Anbindung an die Zentren). Wiesbaden und Mainz über die wenigen Freiflächen zuzubauen, ohne weitere Aufnahmekapazität für Individualmobilität, bedeutet eine Verschlechterung der Qualität für alle. Ich erinnere an die täglichen Überlastmengen auf der B455, der A66 entlang Wiesbadens, die "Alternative" der 2. Ring und die "Alternative" der "Alternative" durch das Wohngebiet Südost. Die Stadt ist voll! Die Region ist voll!

Carlo Schöps

09.11.2017 15:23

Das Stadtentwicklungsprojekt Ostfeld/Kalkofen ist nicht nur für Wiesbaden, sondern gleichzeitig auch für die Metropolregion FrankfurtRheinMain äußerst wichtig. Die Zukunftsthemen der Region sind mehr denn je Wachstum, Infrastruktur und Mobilität.

Nur wer zukünftig über attraktive und großflächige Entwicklungsareale verfügt, wird in Rhein-Main tonangebend sein. Und das nicht nur bei der Neuansiedlung von Unternehmen und dem Zuzug von Einwohnern. Der elementaren Flächennachfrage muss zeitnah und gleichzeitig qualitativ mit einem entsprechenden Angebot entgegnet werden. Das Stadtentwicklungsprojekt Ostfeld/Kalkofen hat das richtige Potential - eine rasche Entwicklung sowie ein positiver Spirit ist dem Projekt zu wünschen.

 Antworten anzeigen

Gerhard Born

09.04.2018 11:19

Da spricht der Immobilienmakler, der sich von attraktiven und großflächigen Entwicklungsarealen ein gutes Geschäft verspricht.

Thorsten Dressler

01.11.2017 15:51

1. Hoffe, dass es sich bei dem Umriss um einen Fehler handelt: Biotop Petersberg, Tierpark Kastel und Cyperus 1901eV liegen nach dem Umriss im Luftbild schon im Baugebiet, was nicht verhandelbar ist.
2. Bei Cyperus und Tierpark mehren sich Ängste, dass durch das Bauvorhaben die Quellwasserversorgung gefährdet sein könnte. ( Aufnahmen der Bodensondierung zur Geothermienutzung könnten Aufschluss geben)
3. Cyperus und Tierpark sind vom Wasser abhängig und könnten sogar mehr gebrauchen: Im Falle eines Bauvorhabens wären Cyperus und Tierpark an Regenwasser interessiert, welches von der Baufläche zu kanalisieren ist, Versickerung von sauberem Wasser ist auf den Vereinsgeländen möglich.
4. Die absehbare zusätzliche Belastung durch Straßenlärm schürt ebenfalls Existenzängste, da sind umfangreiche Schallschutzmaßnahmen notwendig, vorzugweise begrünte Lärmschutzwände.
5. Gerade um das alte Fort Biehler existieren zahlreiche Altlasten in Form von Giftmüll und Munition, angeblich sogar noch C-Waffen aus dem 1. Weltkrieg, dort zu bauen ist teuer und gefährlich: Bodenradaruntersuchung vorrangig durchführen!
6. Das Fort Biehler wurde als Antwort auf die Brsanzgranatenkrise errichtet und erstreckt sich somit im Gegensatz zur oberirdisch geschliffenen Festung unterirdisch noch in weitem Umfang, jedoch einsturzgefährdet und mit unbekanntem Inhalt. Mutmaßlich könnten Quellen bei Cyperus sogar Teil der Bergentwässerung der Festungsanlage sein, Aufschluss kann nur eine 3D-Bodenanalyse erbringen. Fakt ist, dass es zu Bergfällen und Veränderungen der unterirdischen Wasserströmung im Lauf der letzten Jahre kam, Grundwasser ist abgesackt, ein Baum wächst nun 2,5m tiefer aus einem spontan entstandenen Loch, sowohl im Biotop Peterberg als auch im Tierpark fällt der Wasserspiegel seit Jahren, dieser Tendenz ist Einhalt zu gebieten. Es wäre schön, wenn sich ein Konsens findet, man nicht erst aus der Zeitung erfährt, dass das Vereinsgelände innerhalb des Bauvorhabens liegt, etc. Wenn Kommunikation möglich ist stehen sogar Optionen für eine Zusammenarbeit: 1. Regenwasserauffang+Versickerung 2. Naherholung für den neuen Stadtteil 3. Unterstützung bei Begrünung und Artenschutz sowohl am Ostfeld als auch am Kalkofen ...uvm.

Juliane Rösler

Kommentar der Moderation
09.11.2017 13:38

Vielen Dank für Ihre Anmerkungen, zu denen ich Ihnen folgende Rückmeldung des zuständigen Projektleiters geben kann:
1. Im Projektgebiet liegen sowohl das Biotop Petersberg, als auch der Tierpark Kassel und Cyperus e.V. . Das Projektgebiet wurde entsprechend dem überörtlichen Straßennetz nach Osten und Süden und der Beschlusslage zur Deponie nach Westen abgegrenzt. Die Notwendigkeit dieser Abgrenzung ergibt sich aus verschiedenen Planungserfordernissen.
2. Die Ängste von Cyperus und Tierpark bezüglich der Quellwasserversorgung sind bekannt. Der Fragestellung wird in weiteren Prozess nachgegangen.
3. Ihre Anregung zu prüfen, ob Regenwasser bei einer Bautätigkeit zu den Flächen des Tierparks/Cyperus geleitet werden kann, kann erst im Rahmen eines Bauleitplanverfahrens erfolgen. Dieses wird frühestens in ein paar Jahren starten.
4. Lärmschutz ist eine zentrale planerische Aufgabe bei Neubaugebieten.
5. Je nach Planungsergebnissen werden auch Bodenuntersuchungen im Bereich Fort Biehler durchgeführt.
6. Vielen Dank für Ihre Informationen. Wir werden sie in den Planungsprozess einbinden. Allerdings werden wir im ersten Schritt – der Erstellung eines Strukturkonzeptes bis Ende 2018 – die von Ihnen genannten Einzelheiten aufgrund der Maßstäblichkeit noch nicht berücksichtigen können. Sie sind allerdings für die Planung in ein paar Jahres interessant.

Ulrich Chilian

27.10.2017 10:57

M.E. sollte ganz generell eine weitere "Entwicklung Wiesbadens" auf eine qualitative Verbesserung in seinen bestehenden Siedlungsgrenzen beschränkt bleiben. D.h., dass neue und großflächige Versiegelungen in Größenordnung von zig ha unter allen Umständen zu unterlassen sind! Die Planung Ostfeld/Kalkofen ist ein gutes Beispiel für eine m.E. gänzlich verfehlte kommunale Entwicklung. Die Stadt lebenswerter gestalten - ja, sehr gerne! Dies sollte aber ohne neue Verkehrsflächen und Gewerbegebiete möglich sein. Die Grenzen des Wachstums sind im Rhein-Main-Gebiet schon lange erreicht! Eine "Entwicklung" kann m.E. nur noch durch qualitative Verbesserungen erreicht werden. Was für das globale Wachstum gilt, gilt erst recht für eine Kommune wie Wiesbaden. Wir haben die Wahl: Wollen wir wirklich auf lange Sicht auch noch den letzten m², der uns zur Verfügung steht, zubetonieren und zuasphaltieren oder versuchen wir mal - und zwar jetzt!!! - mit den bereits bebauten Flächen klar zu kommen? Irgendwann müssen wir das sowieso, nämlich zu einem Zeitpunkt, wenn wir alles versiegelt haben - warum so lange warten? Auf einen Zustand nämlich, der gewiß nicht besonders attraktiv ist. Lasst uns jetzt schon diese alles andere als gesunde Entwicklung stoppen! Keine Ausweisung von neuen Verkehrs-, Gewerbe- und Siedlungsflächen! Wir müssen irgendwann sowieso mit der begrenzten Fläche klarkommen - warum also nicht jetzt schon, solange noch ein wenig Lebensqualität durch offene Flächen vorhanden ist?

Juliane Rösler

Kommentar der Moderation
09.11.2017 13:40

Vielen Dank für Ihre Anmerkungen, zu denen ich Ihnen folgende Rückmeldung der zuständigen Projektleitung geben kann:
Es ist Ziel der Landeshauptstadt Wiesbaden die weitere Inanspruchnahme von Freiflächen für Wohnungsbau, Infrastruktur oder Gewerbeflächen so gering wie möglich zu halten. Ein vollständiger Verzicht auf derzeit unbebaute Flächen hätte jedoch gravierende Folgen, z.B.: für die weitere Bodenpreisentwicklung. Schon heute sind die Bodenpreise in Wiesbaden so hoch, dass preisgünstiger Wohnungsbau kaum noch möglich ist. Der Bodenpreis ist nicht nur bei der Schaffung von Wohneigentum, sondern auch im Hinblick auf die Höhe der Miete ein entscheidender Faktor. Da die Stadt nur wenige Flächen im Siedlungsbestand besitzt, ist hierüber kein Einfluss auf die Grundstückspreise für neue Wohnungen möglich. Auch kann die Stadt Einfluss auf die Bautätigkeit von Wohnungen nur dann nehmen, wenn sie selbst, z.B. über ihre Wohnungsbaugesellschaften, den Bau von neuen Wohnungen ankurbelt. Auch hierzu ist es notwendig, dass die Stadt die notwendigen Flächen in der Hand hat.
Derzeit werden ca. 11% der Gesamtfläche Wiesbadens als Wohnfläche genutzt, um einiges weniger als z.B. Frankfurt mit 15 %. Durch eventuelle Baumaßnahmen im Ostfeld/Kalkofen wird dieser Anteils sich um maximal 0,5 % erhöhen. Wird die städtebauliche Entwicklung qualitativ hochwertig gestaltet, mit entsprechender qualitativer Aufwertung des Außenbereichs, kann das Ziel die Wohnungsnot einzudämmen mit den ökologischen Folgen harmonisiert werden.

Ralf Schaab

16.10.2017 08:03

Natürlich unterstütze ich eine langfristige gute Entwicklung von Wiesbaden. Das Ostfeld, oder wie ich es gerne nenne die "East Side" von Wiesbaden, ist ein großes Projekt mit vielen Potentialen, Möglichkeiten, aber auch Risiken.
Die Landwirtschaft wird dadurch einige Exisitenzen verlieren. Z.B. Bauer Ruhlandt wird seinen Betrieb schließen müssen, weil er nicht genügend Futter für seine Kühe mehr produzieren kann.
Was ich aber ganz fatal finde ist die zwanghafte Festschreibung der Grundstückswerte auf Acker- und Wiesenniveau. Das kommt einer Enteignung der Grundstücksbesitzer (der Wiesbadener Bürger! ) gleich, die diesen Grund und Boden seit vielen Jahren besitzen und erhalten. Fast schon unverschämt sind die Anmerkungen von OB Gerich und anderer Politiker: "Spekulanten" mit dem angewendeten Gesetz einen Riegel vorzuschieben. Besitzer von Land oder auch die ev. Paulusgemeinde in Erbenheim sind keine Spekulanten, aber sie wollen auch an einer normalen Wertsteigerung Ihres Grund und Bodens teilhaben. Die vorgehensweise des Stadtparlaments empfinden wir deshalb auch als höchst ungerecht. Der Hauptspekulant bei all dem ist doch die Stadt Wiesbaden, die möglicht billig Land kaufen will und möglichst teuer verkaufen. Und das mit den eingeleiteten Zwangsmaßnahmen. Oder?
Das tolle neue OSTFELD hat also auch eine Verliererseite. Die Landbesitzer, die billigst enteignet werden. Interessant wäre einmal das Gedankenspiel, was passieren würde, wenn man anderen Immobilienbesitzter (z.B. von Häusern) nur noch den Hauswert von 1970 zugesteht. ...
OK, nun aber mal konstruktiv. Meine Fläche will ich nicht billig an die Stadt verramschen. Ich kann mir auch vorstellen selber dort zu bauen und das Gelände zu entwickeln. Ggf. wäre auch die Einrichtung von Kleingärten (werden immer gebraucht!) eine Option. Ich freue mich auf eine gute gemeinsame Planung.

Juliane Rösler

Kommentar der Moderation
19.10.2017 14:03

Vielen Dank für Ihre Anmerkungen, zu denen ich Ihnen folgende Rückmeldung des zuständigen Projektleiters geben kann:
Es ist Ziel der Stadt Wiesbaden Vorsorge zu treffen, damit auch im nächsten Jahrzehnt neue Wohnungen gebaut und weitere Arbeitsplätze entstehen können. Selbst wenn über Nachverdichtung die Inanspruchnahme von derzeit unbebauten Flächen so weit wie möglich vermieden wird, ist es in einer wachsenden Stadt unabdingbar, auch neue Flächen zur Verfügung zu stellen. Dies soll im Ausgleich möglichst aller Interessen und gemeinsam geschehen. Es freut uns daher sehr, dass Sie das Projekt grundsätzlich unterstützen.

Ziel des Projektes ist es auch, dass negative Folgen so weit wie möglich vermieden werden und Lösungen für einzelne Probleme gesucht werden. Hierfür steht uns in den nächsten 8 – 10 Jahren ausreichend Zeit zur Verfügung. Wichtig ist es aber auch Ängste und Vorurteile aufzugreifen und zu prüfen, ob sie berechtigt sind.

1. These: Die Landwirtschaft steht vor dem unabwendbaren Schicksal Existenzen zu verlieren.
Landwirte, wie z.B. der Bauer Ruhlandt bewirtschaftet als Pächter große Flächen im Bereich Ostfeld/Kalkofen. Ob diese für Wohnungsbau oder Gewerbe in Anspruch genommen werden müssen, ist jedoch völlig offen und aufgrund der Verteilung der Flächen überhaupt nicht zwangsläufig. Mit Herrn Ruhlandt gab es ein offenes und sachliches Gespräch, in dem zugesichert wurde, mit ihm individuelle Lösungen zu finden, dass er auch in 10 Jahren noch genügend Futter für seine Kühe produzieren kann.

2. These: Es müssen alle Grundstücke im Projektgebiet an die Stadt Wiesbaden verkauft werden.
In der derzeitigen Planungsphase wird ermittelt, welche Grundstücksbesitzer bereit sind, an dem Projekt mitzuwirken. Diese Mitwirkungsbereitschaft kann durch den Wunsch zum Tausch von Grundstücken mit der Stadt, einer eigenen Bebauung – wenn das Grundstück Baufläche wird – oder dem Verkauf an die Stadt signalisiert werden. Die Zwangsläufigkeit des Verkaufs ist somit nicht gegeben.

3. These: Die Grundstücksbesitzer werden enteignet.
Wenn ein neuer Stadtteil entsteht, muss gewährleistet sein, dass z.B. für Straßenbau oder öffentliche Grünflächen die hierfür notwendigen Grundstücke zur Verfügung stehen. Andernfalls könnten z.B. Erschließungswege oder sonstige Siedlungsstrukturen nicht hergestellt werden und damit unter Umständen der gesamte Stadtteil. Um eine solche Blockade zu verhindern, hat der Gesetzgeber vorgesorgt und gesetzlich festgeschrieben, die Mitwirkungsbereitschaft der Grundstücksbesitzer zu ermitteln. Wenn aus spekulativen Gründen die Mitwirkungsbereitschaft verweigert wird und damit das gesamte Projekt zu scheitern droht, kann die Stadt die Mitwirkung einzelner Grundstücksbesitzer zum Wohle aller einfordern. Maßnahmen aus finanziellen Gründen sind nicht zulässig.

4. These: Die Stadt ist der Hauptspekulant.
Es ist gesetzlich festgeschrieben, dass die Stadt bei einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme durch den Verkauf von Grundstücken Dritter keinen Gewinn erzielen darf. Die Differenz zwischen dem Ankaufs- und dem Verkaufspreis ist für die Finanzierung der notwendigen Infrastruktur, d.h. Kindergärten, Schulen, Straßen, Grünflächen usw. zu verwenden. Ein Gewinn wäre an die ehemaligen Grundstückseigentümer auszuschütten. Für ein spekulatives Vorgehen der Stadt besteht somit keine Grundlage.

5. These: Die Vorgehensweise des Stadtparlaments ist ungerecht.
Rechtliche Grundlage des Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung ist §§ 165 ff BauGB. Über die Anwendung dieses demokratisch beschlossenen „besonderen Städtebaurechts“ ist es möglich, zum Wohle der Allgemeinheit und unter Berücksichtigung verschiedener Bedingungen, Abhilfe gegen Wohnungsnot oder Arbeitsplätzemangel zu schaffen. Berücksichtigt werden dabei natürlich auch die Interessen Einzelner. Dies soll und kann in einem sachlichen und konstruktiven Dialog erfolgen, für den man sich beim Projekt Ostfeld mehrere Jahre Zeit lässt. Im Vertrauen auf die gemeinsame positive Gestaltung unserer Stadt und ohne Ängste soll und kann das Projekt gestaltet und umgesetzt werden.

Ulrich Chilian

28.08.2017 10:32

Was ist daran nachhaltig, wenn einmal mehr (wieviele?) ha fruchtbares Ackerland für eine fragwürdige Ansiedlung von vermutlich Möbelmärkten/Heimwerkermärkten/sonstige Kästen sinnlos zubetoniert werden? WI sollte sich vielmehr darauf konzentrieren im Rahmen von verdichtender Bebauung in bestehenden Siedlungsstrukturen die Vermischung von "Wohnen" und "Arbeit" zu fördern und umzusetzen - das wäre nachhaltig! Effekt: Verringerung bzw. keine Zunahme der gigantischen Pendlerströme, die täglich in die Stadt hinein- und aus der Stadt herausfluten!

 Antworten anzeigen

Juliane Rösler

Kommentar der Moderation
04.09.2017 17:22

Vielen Dank für Ihre Anmerkungen! Die zuständige SEG Stadtentwicklungsgesellschaft Wiesbaden mbH beantwortet Ihre Frage wie folgt:

Die Landeshauptstadt Wiesbaden unterstützt das Ziel 11 der Vereinten Nationen, das festlegt, dass die Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig zu gestalten sind. Eine Maßnahme, um dieses Ziel zu erreichen, ist es, bestehende Siedlungsstrukturen zu verdichten und Wohn- und Arbeitsstandorte nicht zu trennen.
Die Stadtentwicklungspolitik allein auf diese Maßnahme auszurichten reicht aber nicht aus, da z.B. auch in Zukunft preisgünstiger Wohnraum zur Verfügung gestellt werden soll. Negativer Effekt einer Verdichtung ist z.B. die fortlaufende Erhöhung der Grundstückspreise, da einer wachsenden Nachfrage kein entsprechendes Angebot gegenübersteht. Negativer Effekt einer Nutzungsmischung ist z. B. auch die Belastung von Wohnstandorten mit Gewerbelärm, weshalb die derzeitige Gesetzeslage die „Vermischung“ auch nicht allgemein zulässt. Aus diesen und weiteren Gründen ist es notwendig Vorsorge zu treffen, falls die Verdichtung bestehender Siedlungen nicht ausreicht, die Grundstückspreise sich weiter von der allgemeinen Preisentwicklung abkoppeln oder die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht angepasst werden. Nicht „entweder - oder“ ist das Gebot der Stunde, sondern die Untersuchung aller Möglichkeiten. Wie viele ha Siedlungsfläche im Gebiet Ostfeld/Kalkofen entstehen, wird in einem gemeinsamen Planungsprozess unter Beteiligung der Wiesbadener Bevölkerung festgelegt. Der Beteiligungsprozess startet im Oktober/November 2017.